Auch für den Schutz des Aletschgebietes wurde vom VBR Gebrauch gemacht. | © umberto, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Auch für den Schutz des Aletschgebietes wurde vom VBR Gebrauch gemacht. | © umberto, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

50 Jahre Verbandsbeschwerderecht

  • Amanda Buol
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Am 1. Juli 1966 hat das Schweizer Parlament das Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) und mit ihm das Verbandsbeschwerderecht (VBR) der Umwelt- und Heimatschutzorganisationen verabschiedet. Dieses bewährte Recht wirkt seit 50 Jahren Wunder für das Allgemeinwohl.

In der Regel gibt es Nachbarn, die sich in ihrem Recht eingeschränkt fühlen, wenn ein Bauprojekt zu lärmig ist oder der Bauabstand nicht eingehalten wird. Wenn in freier Natur ein widerrechtliches Projekt geplant wird, ist niemand direkt betroffen. Wo keine Betroffenheit ist, gibt es kein Klagerecht. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber 1966 stellvertretend den Umwelt- und Heimatschutzverbänden das Recht verliehen, die Einhaltung des Gesetzes ausserhalb der Siedlungen einzuklagen.

Gäbe es das VBR nicht, wären in den vergangenen 50 Jahren hunderte von Bauten und Anlagen in Wäldern, Mooren und Berggipfeln widerrechtlich gebaut worden. Die Zersiedelung bis in hohe Lagen wäre der Normalfall und Lebensräume für Pflanzen und Tiere noch spärlicher, schreibt Pro Natura in ihrer Mitteilung.

„Die konstant hohe Erfolgsquote vor Gerichten belegt, dass Reh, Wiesel oder Biber dringend Anwältinnen und Anwälte brauchen, die ihre Lebensräume vor Zerstörung schützen – heute wie vor 50 Jahren“

Urs Leugger-Eggimann, Pro Natura Zentralsekretär

Vom Verbandsbeschwerderecht wird wenig Gebrauch gemacht. Nur ein Prozent aller Beschwerden stammen von Umweltschutzorganisationen.

Eingeführt wurde das VBR zum Schutz der Natur vor der Bauwut des Menschen, so Pro Natura. Mit Blick auf die schwindenden Ruheoasen und Naherholungsgebiete entwickelt sich das VBR immer mehr auch zu einem Mittel zum Schutz des Lebensraumes für den Menschen. Dessen scheint sich die Schweizer Bevölkerung voll bewusst zu sein: 2008 lehnten die Stimmberechtigten mit überaus deutlichen 66 Prozent Nein-Stimmen die Abschaffung des Verbandsbeschwerderechtes ab.

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