Andermatt

Kritische Stimmen

  • Stefanie Pfefferli
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Unter der Adresse www.gigantismus-andermatt.ch hat der Urner Umweltrat eine Website eingerichtet, welche eine kritische Plattform zum Skiinfrastrukturausbau in Andermatt und Sedrun bietet. Am 14. Dezember 2011 entscheidet der Urner Landrat über eine Beteiligung am geplanten neuen Skigebiet in Millionenhöhe. Der Urner Umweltrat setzt sich ein füreine Verkleinerung des Projekts.

Es ist allseits bekannt: die Andermatt-Surselva Sport AG (ASS) will das Skigebiet Andermatt-Nätschen-Sedrun und Gemsstock massiv ausbauen. Nicht alle haben Freude an den 17 neuen Bahnanlagen, den 100 km neuen Pisten und den Beschneiungs- und den Parkierungsanlagen. Der Urner Umweltrat, vertreten durch Alpeninitiatives Uri, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Mountain Wilderness, Pro Natura Uri, Tierschutzverein Uri und VCS Uri haben sich kritisch gegenüber dem Projekt geäussert und zum Teil auch eine Einsprache eingereicht. Dem Urner Umweltrat liegt viel an einer transparenten und offenen Auseinandersetzung mit dem Grossprojekt. Die neue Website www.gigantismus-andermatt.ch ermöglicht sie.

Transparenz und Diskussion

Der Urner Umweltrat möchte all denjenigen, welche sich über das Projekt informieren wollen, die Möglichkeit zur übersichtlichen Information und zum Austausch untereinander bieten. Darum sind auf der Website nicht nur die nötigen Informationen aufgeschaltet, sondern es besteht auch die Möglichkeit mittels Blog und Facebooksich aktiv an der Diskussion rund um den gigantischen Ausbau der Skiarena Andermatt zu beteiligen.

Für eine sinnvolle Verbindung – gegen Gigantismus

Der Urner Umweltrat unterstreicht, dass er eine Verbindung der Skigebiete Andermatt- Sedrun mitträgt. Er wehrt sich aber gegen Pisten, welche über diese reine Verbindungsanlage hinausgehen, dies insbesondere am Schneehüenerstock. Ebenfalls wehrt sich der Urner Umweltrat gegen die Erschliessung des St. Anna Gletschers und der St. Anna Lücke im Gebiet des Gemsstock. Gegen eine Sanierung und einen sinnvollen Ausbau der bestehenden Pisten und Bahnen hat der Urner Umweltrat nichts einzuwenden.

Dutzende Millionen vom Kanton

Mit der verlangten Redimensionierung des Ausbauprojekts können die Umwelt geschont und beim Energie- und Wasserverbrauch massive Einsparungen gemacht werden. Ebenfalls werden massiv Kosten gespart, insbesondere bei der öffentlichen Hand. Diese soll sich gemäss Businessplan der Projektanten mit einem Anteil von 40 Prozent an den Ausbaukosten beteiligen. Der Urner Landrat wird am 14. Dezember über die millionenschwere Beteiligung entscheiden. Nach wie vor ist zurzeit keine andere Variante als der Vollausbau beim Bundesamt für Verkehr (BAV) zur Genehmigung eingereicht. Deshalb hält der Urner Umweltrat an seiner Forderung nach einer Redimensionierung fest, obwohl in letzter Zeit Aussagen der Urner Regierung darauf hindeuten, dass die öffentliche Hand nicht gewillt ist, so grosse Kosten zu übernehmen. Solange durch die Projektanten kein anderes, abgespecktes Projekt beim BAV zur Bewilligung vorgelegt wird, muss der Urner Umweltrat davon ausgehen, dass weiterhin der Vollausbau angestrebt wird.

Weitere Informationen

Bild: Albinfo (Wikimedia Commons)

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