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Freiwillige Blauzungen-Impfung

  • Silvan Kaufmann
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schafInnerhalb von vier Wochen kamen 3820 Unterschriften für die Freiwilligkeit der Blauzungen-Impfung ab 2010 zusammen. Im Namen der sechs landwirtschaftlichen Organisationen Bio Suisse, VKMB, Bergheimat, Demeter, Uniterre und Bauernverstand.ch wurden die Unterschriften dem Direktor für Veterinärwesen (BVet) Hans Wyss geschickt

Die Unterschriften wurden an Viehschauen und anderen landwirtschaftlichen Anlässen vorwiegend in der Ostschweiz gesammelt und stammen aus der gesamten Landwirtschaft. Dies zeigt, dass die Forderung nach der Freiwilligkeit von breiten Kreisen getragen wird. Ungefähr 30% der Unterschriften stammen von Landwirtinnen und Landwirten, 50% von mitarbeitenden Familienmitgliedern und 20% von Leuten ausserhalb der Landwirtschaft.

Die Lösung „Obligatorium light“ mit Ausnahmereglungen, wie sie vergangene Woche die Landwirtschaftskammer des Bauernverbandes vorgeschlug, ist nach Auffassung von Bio Suisse problematisch. In der Kostenbeteiligung verstecken sich juristische Probleme. Die Ausnahmeregelung wird eine Bürokratie und einen uneinheitlichen Vollzug in den Kantonen mit sich bringen.

Die freiwillige Impfung bleibt die fairste Lösung. Sie entkriminalisiert die Landwirte und fördert deren Eigenverantwortung. Der rechtliche Spielraum für die freiwillige Impfung ist vorhanden, auch ist die Ausrottung der Krankheit nicht möglich. Österreich verzichtet bereits auf die obligatorische Impfung, und auch die bayerische Regierung lehnt die Impfpflicht ab.

Die Blauzungenkrankheit ist eine durch Mücken übertragene Viruskrankheit, die Rinder, Schafe, Ziegen und bestimmte Wildtiere befallen kann. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Das BVet hat für 2008 und 2009 verfügt, dass Rinder, Schafe und weitere Tiere obligatorisch gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden müssen. Für 2010 muss ein neuer Entscheid getroffen werden, das BVet wird ihn im November bekannt geben.

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