Salzburger_Aesche

Isolierte Äschen

  • Monika Jung
  • -

Salzburger_AescheDie Äschen, die in der mittleren und oberen Birs leben, sind von ihren Artgenossen im Mündungsbereich zum Rhein abgeschnitten und damit genetisch komplett isoliert, was deren Überleben langfristig in Frage stellt. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich fehlende oder nicht funktionierende Fischtreppen im Raum Zwingen. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Universität Basel, die in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem kantonalen Fischereiverband und dem Fischhegefonds Basel-Landschaft die Fische genetisch untersucht haben.

Die europäische Äsche (Thymallus thymallus) gehört zur Familie der lachsartigen Fische und war ursprünglich in den Schweizer Mittellandgewässern weit verbreitet. Ihre Bestände sind aber in vielen Flüssen und Bächen rückläufig, auch in der Birs sind ihre Bestände kontinuierlich zurückgegangen. Deswegen hat der kantonale Fischereiverband Baselland beschlossen, die Äschenpopulationen in der Birs mittels moderner genetischer Methoden zu untersuchen.

Am Zoologischen Institut der Universität Basel haben die Wissenschaftler mehr als 100 Birsäschen genetisch charakterisiert und kamen zum Schluss, dass es zu keinem Kontakt zwischen den Äschen im Mündungsbereich der Birs und den im mittleren und oberen Bereich lebenden Fischen gibt. Der Grund liegt wahrscheinlich an den für die Fische unüberwindbaren Barrieren zwischen dem Mündungsgebiet der Birs und Zwingen im Laufental: Hier gibt es mehrere Kleinwasserkraftwerke, die zum Teil nicht über funktionierende Fischtreppen verfügen. Die Baselbieter Äschen sind damit eingeschlossen und genetisch komplett von den Basler Rheinäschen isoliert. Für die Fische ist diese Trennung sehr problematisch, denn eine natürliche Wanderung ist für den Erhalt der genetischen Vielfalt und das langzeitliche Überleben unbedingt notwendig.

Weitere Informationen

Bild: Salzburger, Vonlanthen/Universität Basel

Beitrag kommentieren