© Walter Ebenhofer
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32 Projekte für den alpenweiten Architekturpreis 2015 nominiert

  • Kathrin Ruprecht
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Die Schweiz und Liechtenstein führen zum dritten Mal den Wettbewerb «Constructive Alps» durch. Ausgezeichnet werden Gebäude in den Alpen, die sowohl in ästhetischer als auch in nachhaltiger Hinsicht überzeugen. Die Jury hat 32 Projekte nominiert, welche die Wettbewerbskriterien am besten erfüllen.

Von 350 Einreichungen aus dem ganzen Alpenraum hat die Jury des internationalen Architekturpreises «Constructive Alps» 32 Projekte ausgewählt und zur Teilnahme an der zweiten Runde eingeladen. «Constructive Alps» ist unter anderem ein Beitrag der Schweiz und Liechtensteins zur Umsetzung der Alpenkonvention und des Klimaaktionsplans. Unter den nominierten Projekten befinden sich elf Bauten aus der Schweiz, neun aus Österreich, fünf aus Italien, je zwei aus Frankreich, Deutschland und Slowenien sowie ein Liechtensteiner Projekt. Entsprechend der Ausschreibung sind sowohl Sanierungen als auch Neubauten vertreten. Manche Teilnehmer erweiterten bestehende Gebäude, andere bauten Gebäude wieder auf. Der Umgang mit der bestehenden Bausubstanz ist ein Schlüssel für den Klimaschutz. Gebäude aus den Sechziger- und Siebzigerjahren verbrauchen oft sechs bis sieben Mal mehr Energie als ein heutiges Passivhaus.

Renaissance des Dorfes

Als roter Faden verbindet die ausgewählten Projekte die Renaissance des Dorfes in den Alpen. So stehen nur wenige der nominierten Projekte – etwa ein Gebäude der Universität Innsbruck (A) oder ein Kindergarten in Dornbirn (A) – im städtischen Raum. «Die Jury begrüsst das Weiterbauen am Dorf als bedeutsamen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Es steht in den Alpen schon viel Gebautes herum, das klug anders genutzt und weiter gebraucht werden kann», so Köbi Gantenbein, Präsident der Jury. Die Jury hat daher mehrere Sanierungen von Tourismus-Bauten in die engere Auswahl aufgenommen, etwa ein Bürger- und Gasthaus in Valendas (GR) und eine ehemalige Stall-Anlage in Tolmin (SL), aber auch Wohnhäuser wie das Haus Pölt in Welsberg (I) oder das Haus Ghesc in Montecrestese (I).

Neubauten verbinden Nachhaltigkeit und Ästhetik

Zur Renaissance des Dorfes tragen auch Neubauten bei: Durch den schlichten Kindergarten in Muntlix (A) beispielsweise, der ganz aus Holz gefertigt wurde, das aus dem Wald der Standortgemeinde stammt. In Coldrerio (CH) entstand aus Lehm, Wolle und Holz ein Schulgebäude in klaren Formen. In einem kleinen Dorf bei Trento (I) schmiegt sich das Haupthaus eines Agrotourismus-Hofs elegant in die Landschaft.

In den kommenden Monaten wird die Jury die nominierten Projekte vor Ort besichtigen. Sie prüft dabei insbesondere, wie viel Energie für den Bau, die Benutzung und die Beseitigung der Gebäude aufgewendet wurde beziehungsweise wird. Die Jury beschäftigt sich mit der Frage nach den Auswirkungen der Bauwerke auf die Region und die Menschen sowie mit dem Verbrauch von Boden und der eingesetzten Technologie. Am 30. Oktober 2015 werden die Preisträger im Alpinen Museum Bern bekannt gegeben. Gleichenorts startet die Wanderausstellung zu den nominierten Beiträgen. Ein Katalog dazu erscheint als Sondernummer der Architekturzeitschrift «Hochparterre».

Medienmitteilung Constructive Alps

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