Baldeggersee Pro Natura Belüftung

30 Jahre Erste Hilfe am Baldeggersee

  • Nora Kieselbach
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Am 12. Mai 2012 veranstalten die Seegemeinden und der Kanton Luzern einen Erlebnistag anlässlich des 30-jährigen Bestehens der weltweit ersten Seebelüftung. Pro Natura Luzern wird mit einem Informationsstand in Gelfingen präsent sein und den Besuchern aufzeigen, dass die Symptombekämpfung zwar einigermassen geglückt, die Ursache des Übels aber bei weitem noch nicht beseitigt ist.

Als Weltpremiere erhielt der Baldeggersee im Luzerner Seetal vor genau 30 Jahren eine Beatmungsmaschine. Zuviel Phosphor aus der intensiven Schweinehaltung und fehlende Kläranlagen hatten dazu geführt, dass dem See buchstäblich die Luft ausging. Die damals weltweit erste Belüftung eines überdüngten Sees und der Bau von Kläranlagen zeigte Wirkung: Der Phosphor-Gehalt im Baldeggersee ist deutlich gesunken. Doch auch heute noch gelangen viel zu viele Nährstoffe aus der Landwirtschaft in den idyllisch anmutenden, unter Naturschutz stehenden See, welcher seit 1940 Pro Natura gehört.

Die Belüftung des Sees ist zwar eine notwendige Erste-Hilfe-Massnahmen, mit der auch die geschädigte Seebesitzerin Pro Natura einverstanden war – doch sie ist keine Langzeitlösung. Der Umweltverband bemüht sich daher schon lange, die Ursachen für die Erstickungssymptome des Baldeggersees zu bekämpfen: nämlich die in ihren Augen zu intensiv betriebene Schweinemast rund um den See, aus welcher noch heute nach Angaben des Kantons Luzern jährlich mehr als die doppelte Menge des tolerierbaren Phosphors in die Gewässer gelangt. So sind denn auch die Tierbestände unverändert hoch, welche weiterhin via Direktzahlungen aus dem Landwirtschaftsbudget subventioniert werden.

Weitere Informationen

Pro Natura Schweiz
Pro Natura Luzern

Bild:  Niklaus Troxler (© Pro Natura Luzern)

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