Flussufer

30 Jahre Berner Konvention

  • Gavino Strebel
  • -

FlussuferAm 19. September 1979 wurde im Berner Rathaus die Berner Konvention, das Übereinkommen des Europarats über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume, abgeschlossen. Die Schweiz ratifizierte sie 1981. Dem Übereinkommen gehören heute 48 Vertragsparteien an.

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens hat die Schweiz die Vertragsparteien der Berner Konvention für die 29. Sitzung des Ständigen Ausschusses vom 23. bis 26. November 2009 nach Bern eingeladen.

Dank der Berner Konvention sind beispielsweise heute im Schutzgebietsnetzwerk Smaragd Lebensräume und Arten erfasst, die europaweit als schützens- und erhaltenswert gelten. Die Schweiz hat im vergangenen Oktober 37 Gebiete für die Aufnahme in dieses Netzwerk vorgeschlagen. Oder ein anderes wichtiges Ziel der Berner Konvention ist der Schutz von Wäldern und Feuchtgebieten, die Lebensraum bieten für viele, auch gefährdete Arten.

Die Berner Konvention

Im Jahr 1979 unterzeichneten im Rahmen der dritten europäischen Ministerkonferenz für Umweltschutz 18 Mitgliedstaaten des Europarats, Finnland sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Berner Rathaus die Berner Konvention. Heute gehören dem Übereinkommen 48 Vertragsparteien an.

Bei der Erarbeitung der Konvention wurde erstmals überhaupt ein umfassender Naturschutzansatz angewendet: Neben den klassischen Artenschutzmassnahmen ist in der Konvention ein umfangreiches Schutzgebietskonzept verankert. Die Vertragsparteien verpflichten sich, Massnahmen zum Schutz der wildlebenden Pflanzen und Tiere, deren Lebensräume sowie gefährdete natürliche Lebensräume allgemein zu ergreifen.

Konkret müssen die Vertragsstaaten

* die notwendigen Schritte unternehmen, um eine nationale Politik zur Erhaltung wild lebender Pflanzen und Tiere zu fördern;
* bei der Planungs- und Entwicklungspolitik sowie bei Massnahmen gegen die Umweltverschmutzung die Erhaltung wild lebender Pflanzen und Tiere berücksichtigen;
* die Öffentlichkeitsarbeit fördern in Bezug auf die Notwendigkeit wild lebender Pflanzen- und Tierarten sowie ihrer Lebensräume;
* Gebieten, die für wandernde Arten von Bedeutung sind und die als Überwinterungs-, Sammel-, Futter-, Brut oder Mauserplatz dienen, besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

BAFU

Beitrag kommentieren