Wird Bahnfahren teurer?

  • Gavino Strebel
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s-bahnAm letzten Freitag präsentierte die SBB den Netzaudit. Der Bund ist gewilligt nach Lösungen für die dringend notwendigen Investitionen in die Schieneninfrastruktur zu suchen, worüber sich der Schweizerische Verkehrsclub (VCS) erfreut zeigt. Allerdings plant das Bundesamt für Verkehr (BAV), die LSVA-Erlöse statt für den Finöv-Fonds für den Erhalt der Schieneninfrastruktur verwendet würden. Aus dem Finöv-Fonds werden die vier grossen Infrastrukturvorhaben zur Modernisierung der Schweizer Bahnen (z.B. BAHN 200 und NEAT) finanziert. Fliesst wie vom BAV geplant jedoch weniger Gelder in den Finöv-Fonds verzögern sich die grossen Eisenbahnprojekte wie die NEAT, der Hochgeschwindigkeitsanschluss oder die Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (2. Etappe der Bahn 2000).

„Obschon der Unterhalt des heutigen Netzes zwingend sichergestellt werden muss, kann es keine Lösung sein, dafür den Finöv-F0nds anzuzapfen“, so der VCS. Beim Ausbau des Schienennetzes im Rahmen von Finöv dürften keine Abstriche gemacht werden. Der VCS meldet Bedenken an den Plänen des Bundes an und präsentiert mit seiner Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr» einen konstruktiven Vorschlag zur künftigen Finanzierung der Bahninfrastruktur: Die Initiative schlägt eine Neuverteilung der Mineralölsteuer-Einnahmen vor. Künftig sollen die Einnahmen aus der Mineralölsteuer hälftig für die Schiene und die Strasse verwendet werden. So könnten die dringendsten Unterhaltsarbeiten, aber auch Ausbauten im Schienennetz ohne neue Steuern und ohne Nutzerabgabe finanziert werden. Der VCS lehnt es jedoch ab, das notwendige zusätzliche Geld über eine Bahnabgabe auf den Billetten zu beschaffen, wie dies das BAV erwägt. Die Bahnkunden müssten dann noch tiefer ins Portemonnaie greifen. Entsprechend bestünde die Gefahr, dass die Bahnkunden wieder vermehrt von der klimafreundlichen Bahn zurück aufs Auto umsteigen. Eine einseitige Verteuerung der Bahn lehnt der VCS deshalb ab.

Verkehrsclub der Schweiz (VCS)

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