UNO-Jahr der Biodiversität

  • Gavino Strebel
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Wiese-MarkusJennyDas Jahr 2010 wurde zum UNO-Jahr der Biodiversität erklärt. Dies mit dem Ziel, Rechenschaft darüber abzulegen, ob deren Rückgang in den vergangenen Jahren aufgehalten werden konnte. Wie die meisten andern Staaten dürfte auch die Schweiz dieses Ziel nicht erreichen, obwohl sie den Moorschutz verstärkt und zusätzliche Schutzgebiete für Wasser- und Zugvögel geschaffen hat.

Unter «Biodiversität» versteht man die Vielfalt des Lebens auf der Erde – von der genetischen Vielfalt über den Artenreichtum bis hin zur Vielfalt der Ökosysteme. Die weltweite Biodiversität ist durch die Abholzung von Wäldern, die Überfischung der Meere, die Trockenlegung von Mooren und anderen Feuchtgebieten sowie durch den intensiven Siedlungsdruck massiv gefährdet. Dies wurde schon 1992 erkannt. Das damals an der UNO-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro ausgehandelte «Übereinkommen über die Biologische Vielfalt» (Biodiversitätskonvention) zielte darauf ab, die Artenvielfalt zu erhalten, die genetischen Ressourcen nachhaltig einzusetzen und die Vorteile aus deren Nutzung gerecht aufzuteilen. 10 Jahre später, auf dem UNO-Gipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, bekräftigte die Staatengemeinschaft den gemeinsamen Willen, den stetigen Verlust an Biodiversität bis 2010 zumindest zu verkleinern. Gemäss dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz hat die Schweiz diese Ziele meilenweit verfehlt. Als Gründe nennt die Organisation, die Zerstörung von Lebensräumen zu Land und zu Wasser, intensive Landwirtschaft, Klimawandel, eingeschleppte Pflanzen und Tiere und auch erholungssuchende Menschen, die Tiere aufscheuchen oder das Wachstum von Pflanzen beeinträchtigen. Umweltorganisationen forderten deshalb eine nationale Biodiversitätsstrategie. Mitte 2010 soll die Strategie dem Bundesrat vorgelegt werden und für Anfang 2011 wird die Botschaft ans Parlament erwartet. Die Strategie verlangt, dass für die Entwicklung der Biodiversität genügend Flächen freigehalten werden müssen. Die Qualität der Lebensräume müsse erhalten und verbessert werden, trotz Freizeit- und Wirtschaftsaktivitäten, heisst es weiter. Zudem soll auch der wirtschaftliche Wert der von der Biodiversität erbrachten Dienste besser anerkannt werden. Der Wert dieser Leistungen wird weltweit auf 16 bis 54 Billionen Dollar geschätzt. Ausserdem schützt die reichhaltige Landschaft vor Naturkatastrophen.

Auf internationaler Ebene sind die Aussichten ebenfalls düster: Bei der Roten Liste 2008 der Internationalen Naturschutz-Union (International Union for Conservation of Nature, IUCN) wurde ein Schwerpunkt auf die Säugetiere gelegt. Gemäss der ersten umfassenden Studie dieser Art nach über 10 Jahren gelten mindestens 1141 von 5488 Säugetierarten (21 Prozent) als gefährdet.

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