Durch Revitalisierungen werden Flussläufe wieder in ihren ursprünglichen, natürlichen Zustand zurückversetzt und damit viele neue Lebensräume geschaffen. | © FLS
Durch Revitalisierungen werden Flussläufe wieder in ihren ursprünglichen, natürlichen Zustand zurückversetzt und damit viele neue Lebensräume geschaffen. | © FLS

200 Beiträge für Bündner Kulturlandschaften

  • Benjamin Kämpfen
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Der Fonds Landschaft Schweiz zieht eine erfreuliche Zwischenbilanz:  Seit seiner Gründung zur 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft hat der Fonds Landschaft Schweiz im Kanton Graubünden rund 16 Millionen Franken eingesetzt. Er hat damit 200 Projekte für die Pflege und Aufwertung naturnaher Kulturlandschaften gefördert. Um einige davon besichtigen zu können, hält die FLS-Leitung ihre Jahrestagung 2012 im Oberhalbstein und im Engadin ab. Sie lässt sich dabei insbesondere über die laufenden Arbeiten für die Verschönerung der Moorlandschaft auf der Alp Flix und die Revitalisierung der Inn-Auen bei Bever informieren.

Die Revitalisierung der Inn-Auen ist ein Vorzeigeprojekt des Fonds Landschaft Schweiz und leistet einen grossen Beitrag zur Aufwertung des Auengebiets von nationaler Bedeutung. Bereits ist der linksufrige Inn-Damm von der Einmündung des Beverin an flussabwärts auf einer Länge von rund 600 m entfernt worden, so dass der Inn fortan bei hohem Wasserstand die Auen wieder durchfliessen und natürlich umgestalten kann. Auch der Beverin wird auf einer Länge von 150 m vom linksufrigen Damm befreit, damit er zur angestrebten Dynamik im künftig bis zu 100 m breiten Gewässerraum des Inn beitragen kann.

Der Hochwasserschutz bleibt gewährleistet, weil zurückversetzt neue Dämme erstellt werden. Bei ihrem Bau wird auf das Landschaftsbild Rücksicht genommen und auch den Erkenntnissen Rechnung getragen, die man beim Rückbau der 50 Jahre alten Dämme gewonnen hat: Die neuen Dämme sollen nämlich wieder geeigneten Lebensraum für die Kreuzottern bieten, die sich im Projektgebiet eingenistet hatten und vor Baubeginn eingefangen, markiert und flussabwärts wieder ausgesetzt werden mussten.

Mit den Bemühungen um reptilien- und amphibienfreundliche Lebensräume trägt das Projekt der besonderen Verantwortung Rechnung, die das Engadin für den Schutz der schweizweit stark bedrohten Kreuzotter hat. Die Revitalisierung der Inn-Auen verbessert auch den Lebensraum für gefährdete Vogel- und Fischarten,  so etwa für seltene Watvögel wie den Flussuferläufer und den Flussregenpfeifer sowie für Bachforelle, Elritze und Äsche. Zum Projekt gehören auch das Anlegen von Stillgewässern, Verstärkungen am rechtsufrigen Inn-Damm sowie das Höherlegen der Strasse über die Isellasbrücke.

Die Kosten in der Höhe von rund 2,5 Millionen Franken werden grösstenteils von Bund, Kanton und Gemeinde getragen; auch Pro Natura leistet einen Beitrag. Der Fonds Landschaft Schweiz FLS hat eine Unterstützung von 250’000 Franken zugesichert und dank seiner Partnerschaft mit der Ernst Göhner Stiftung von dieser einen zusätzlichen Beitrag von 100‘000 Franken auslösen können. Durch diese Beiträge können die Restkosten für die Gemeinde Bever, die gut 700 Einwohnerinnen und Einwohner zählt, wesentlich reduziert werden.

Fonds Landschaft Schweiz
Inn-Auen Bever

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