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20 Jahre Gentechnik: keine Supergene

  • Eliane Küpfer
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Die Gentechnik-Industrie hat ihr Versprechen nicht gehalten. Laut Felix Prinz zu Löwenstein, dem Vorsitzenden des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), gibt es nach 20 Jahren des Anbaus gentechnisch veränderter (GV) Pflanzen keinen Grund zu feiern. „Bis heute gibt es keine kommerziell nutzbaren Pflanzen, die durch Gentechnik höhere Erträge, Salz- und Trockentoleranzen oder sonstige Eigenschaften zeigen würden, die für die globale Ernährungssicherung von Bedeutung wären“, so Prinz Löwenstein.

Gentechnisch veränderte Pflanzen fördern Monokulturen, Pestizide werden grossflächig eingesetzt und da keine Fruchtfolgen eingehalten werden, wird auch das Herbizid nicht gewechselt. Das fördert die Entstehung von Resistenzen bei den Unkräutern. Dies ganz im Gegensatz zu der Behauptung der Gentechnik-Industrie, dass die Herbizid-Menge, dank einem gezielteren Einsatz, reduziert werden könne. Ähnliches gilt für Insektenresistenz-Gene wie das Bt-Gen, welches unlängst von Insekten ausgetrickst wurde.

Keine globale Lösung
Auch die indische Genetikerin Suman Sahai betonte gegenüber BÖLW, dass die Agro-Gentechnik der falsche Ansatz sei, um die Probleme der Kleinbauern in den Ländern des Südens zu lösen und den Hunger zu besiegen. Der Anbau sei teuer, riskant und die Frage nach der Sicherheit transgener Pflanzen sei nicht ausreichend beantwortet. „An Standorten mit wechselnden klimatischen Bedingungen führen die lokal nicht angepassten Gentech-Sorten in eine Sackgasse.“ gibt Sahai zu bedenken. Hingegen erklärte Prinz Löwenstein, dass bei der herkömmlichen Züchtung und in der Biosaatgutforschung bereits Lösungen entwickelt worden seien, um lokal erfolgreich und ökologisch zu wirtschaften.

Wie Naturschutz.ch berichtete, konnten Forscher zwar bis jetzt keine negativen Auswirkungen der gentechnisch veränderten Pflanzen auf nützliche Insekten, Mikroorganismen oder die Bodenfruchtbarkeit feststellen. Jedoch bemängelt Greenpeace, dass unabhängigen Studien zum Gesundheitsrisiko beim Konsum von Gentech-Produkten durch Mensch und Tier fehlen.

Bild: Keith Weller, U.S. Department of Agriculture [Public domain], via Wikimedia Commons

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