20 Jahre Moorschutz in der Schweiz: noch immer viele Defizite vorhanden

  • Redaktion Naturschutz
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Moore und Moorlandschaften sind in der Schweiz seit genau 20 Jahren geschützt. Damals nahm das Stimmvolk die Rothenthurm-Initiative deutlich an. Dieses Jubiläum ist ein Grund zum Feiern. Aber: Moorschutz auf dem Papier reicht nicht, um die ökologisch und landschaftlich wertvollen Moore und damit die Artenvielfalt wirklich zu erhalten. Dies schreiben Pro Natura, der WWF und der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz.

Heute sind rund 1700 Hoch- und Flachmoore sowie 89 Moorlandschaften in Inventaren erfasst und geschützt. Das sind rund 1100 Quadratkilometer; rund zweimal die Fläche des Bodensees. Trotzdem sei die Schweizer Moorfläche seit der Annahme der Rothenthurm-Initiative um fünf Prozent geschrumpft, schreiben die drei Organisationen. Oftmals fehle es an sachgerechter Pflege und an Pufferzonen gegen den Eintrag von Nährstoffen aus der Landwirtschaft. Viele Moore trocknen zudem still und heimlich aus. «Damit die Moore tatsächlich erhalten bleiben, braucht es dringend aktive Wiederbelebung», betont Silva Semadeni, Präsidentin von Pro Natura: «Dafür braucht es dringend mehr Geld. Es reicht heute knapp für den Moorschutz auf dem Papier; nicht aber für den tatsächlichen Erhalt der schönen Moore.»

Für die Umweltorganisationen ist klar: nicht nur für die Moore, sondern für den Erhalt der Artenvielfalt ganz generell braucht es endlich eine nationale Strategie. Obwohl sich die Schweiz bereits 1992 verpflichtet hat, eine solche Biodiversitätsstrategie zu erarbeiten, ist noch immer nichts geschehen. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in ihrem dieses Jahr veröffentlichten Umweltprüfbericht erneut auf diesen Missstand aufmerksam gemacht. (sb)

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WWF/Pro Natura/SVS

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