© Kecko [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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2. Gotthardröhre gefährdet Agglomerationsprojekte

  • Kathrin Ruprecht
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Die Botschaft des Bundesrats zum Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) macht deutlich, wie knapp die finanziellen Mittel sind. Die 2. Gotthardröhre wird die Steuerzahlenden über 4 Milliarden Franken kosten und daher die bitter nötigen Investitionen in den Agglomerationen massiv gefährden.

Die Entscheidungen des Bundesrates zum NAF enttäuscht nicht nur den Verkehrs Club der Schweiz wie im Artikel von gestern berichtet. Sie bestätigen auch den Verein Alpen-Initiative, dass die 2.Gotthardröhre nun wirklich nicht die richtige Investition ist. Die knappen finanziellen Mittel sollten viel eher zur Lösung der Stauprobleme eingesetzt werden als für einen teuren neuen Gotthardtunnel.

„Der Bund schreibt erstmals seit langem rote Zahlen, das Geld fehlt an allen Ecken und Enden. In einer solchen Situation ist es nicht zu verantworten, bei der Sanierung des Strassentunnels am Gotthard mehr als doppelt so viel Geld auszugeben als nötig“, kommentiert Jon Pult, Präsident der Alpen- Initiative. Eine 2. Gotthardröhre verschlingt 3 Milliarden Franken mehr als die vernünftige Sanierung mit einem modernen Bahnverlad für Autos und Lastwagen. Vor allem werden auch Betrieb und Unterhalt auf Jahrzehnte hinaus den Fonds stark belasten. “Jeder Franken, der am Gotthard zu viel ausgegeben wird, fehlt in den Agglomerationen. Doris Leuthard kann den Kantonen viel versprechen – nur wird das Geld fehlen, um all die Versprechen zeitgerecht einzulösen.“ Dazu kommt, dass vier Spuren am Gott- hard zu mehr Transitlastwagen führen und so die Sicherheitslage und Stauprobleme in den Agglomerationen nochmals verschärfen.

Die Alpen-Initiative ist nicht grundsätzlich gegen die Fondlösung zur Strassenfinanzierung, doch die Vorlage des Bundesrats hat gravierende Mängel. Der Personenverkehr auf der Strasse deckt seine Kosten bei weitem nicht. Die 6 Milliarden Franken Unfall- und Umweltkosten sollen aber weiter ungedeckt bleiben. Dieses Loch haben die Steuerzahlenden jedes Jahr zu stopfen. Ausserdem soll die Autoimportsteuer in den Fonds umgeleitet werden, was in der Bundeskasse ein Loch von gegen 400 Millionen Franken zur Folge hat. Jon Pult: „Angesichts der knappen Finanzen haben alle Regionen, insbesondere auch die Westschweiz, allen Grund, die 2. Röhre am Gotthard abzulehnen.“

2 Kommentare

  • Stefan Meier

    Die im Artikel angegebenen „über 4 Milliarden“ die eine 2. Röhre kosten würde sind wohl sehr hoch gegriffen.
    Die Variante vom Bundesrat (Neubau der 2. Röhre mit Sanierung der ersten Röhre) kostet ca. 2,8 Milliarden.
    Die Variante Tunnelsanierung mit LKW- und Autoverlad würde ca. 1,7 Milliarden kosten. Fazit: Für ca. 1,1 Milliarden Mehrkosten hat man danach 2 Röhren mit Pannenstreifen, die Sicherheit steigt gegenüber heute gewaltig, weniger Stau an den Portalen(nicht geschlossen wegen fast jeder Panne im Tunnel. Ich stimme ja zur 2. Röhre.

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  • Pfister Max

    Eine zweite Röhre am Gotthard ist im hienblick auf die Verkehrssicherheit unumgänglich.Es ist geradezu verantwortungslos
    Eine zweite Röhre zu bekämpfen. Der Ferkehr wird durch einRichtungstrennung viel sicherer und ruhiger.

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