VCS Postkarten Aktion

10’600 Postkarten für Doris Leuthard

  • Dominique Haiden
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VCS Postkarten AktionDas Bahnfahren droht in den nächsten Jahren um rund 20 Prozent teurer zu werden. Sowohl die SBB wie auch der Bundesrat wollen die Billetttarife erhöhen (naturschutz.ch berichtete). Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz engagiert sich für zumutbare Preise im öffentlichen Verkehr. Er übergab dem Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation am Donnerstag 10’600 Protestkarten, die an Verkehrsministerin Doris Leuthard gerichtet sind.

Ein erstes Mal werden die Billettpreise bereits Ende Jahr steigen: Der Verband öffentlicher Verkehr und die SBB einigten sich am Mittwoch mit dem Preisüberwacher auf Tariferhöhungen von durchschnittlich 1,2 Prozent. Insbesondere die Preise der Generalabonnemente steigen aber teilweise deutlich stärker. Bis 2018 sollen die Billettpreise zudem jährlich um rund 3 Prozent steigen. Auch der Bundesrat will das Bahn fahren verteuern. Um den Ausbau des Schienennetzes zu finanzieren, plant er, die Trassenpreise zu erhöhen, welche die Betriebe des öffentlichen Verkehrs für die Benutzung der Infrastruktur zahlen. Diese Kosten würden auf die Bahnkundschaft überwälzt. Preissteigerungen um weitere 10 bis 12 Prozent wären die Folge.

Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz sieht dabei nicht tatenlos zu. Er lancierte die Protestkarte „ÖV- Passagiere als Milchkuh der Nation? Kommt nicht in Frage!“, welche direkt an Verkehrsministerin Doris Leuthard gerichtet ist. Die Aktion war ein voller Erfolg: Der VCS übergab am Donnerstag 10’633 Karten an das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Caroline Beglinger, Leiterin Verkehrspolitik des VCS, zeigte sich bei der Übergabe besorgt über die drohenden Preiserhöhungen. Die weitaus umweltfreundlichere Bahn drohe, empfindlich ins Hintertreffen zu geraten, weil der Bundesrat das Auto fahren kaum verteuern wolle. „Es besteht deshalb die Gefahr, dass wieder mehr Leute das Auto benutzen.“ Umweltpolitisch wäre dies fatal, wie Caroline Beglinger weiter ausführte. Die Bahn stosse weitaus weniger CO2 aus als der Strassenverkehr und verbrauche auch deutlich weniger Land, um dieselbe Anzahl an Passagieren zu transportieren. „Die Bahn muss deshalb gefördert und nicht in ihrer Entwicklung behindert werden.“

VCS-Vizepräsident Roger Nordmann unterstrich, dass das Schienennetz auch ohne Preiserhöhungen ausgebaut werden könne. Die VCS-Initiative „Für den öffentlichen Verkehr“ zeige einen solchen Weg auf, indem die zweckgebundenen Einnahmen aus der Mineralölsteuer künftig hälftig für die Strasse und die Schiene verwendet würden. Sie lege darüber hinaus die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Verkehrspolitik.

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VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Bild: VCS Verkehrsclub der Schweiz

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