Solaranlage

10 Bausteine für den Atomausstieg

  • Dominique Haiden
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SolaranlageInnert 15 bis 25 Jahren kann sich die Schweiz ohne AKW sicher, wirtschaftlich und umweltfreundlich mit Strom versorgen. Gerade mal 0,1 Rappen pro Kilowattstunde kostet der vorgezogene Ausstieg. Die Umweltverbände haben heute die zehn Bausteine vorgestellt, mit denen die Stromwende gelingt. Die Politik soll sie sofort entschlossen anpacken und am 8. Juni den Ausstieg beschliessen.

„Die Stromwende bringt maximale Sicherheit bei minimalen Kosten“, sagt Hans-Peter Fricker, CEO WWF Schweiz. Der Ausstieg kostet lediglich 0,1 Rappen pro Kilowattstunde oder 5 Franken pro Familienhaushalt und Jahr, wie eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung zeigt. Neue Atom- und Gaskraftwerke kämen uns deutlich teurer zu stehen. Der Hauptgrund: Dank Effizienzmassnahmen wird Strom und damit Geld gespart. Zudem profitiert die einheimische Wirtschaft stärker von Investitionen in eine nachhaltige Stromversorgung als von Investitionen in neue Grosskraftwerke.

Damit auch wirklich alle von einem Atomausstieg profitieren, darf er nicht auf Kosten der Natur gehen. Das ist auch nicht nötig: „Die ökologischen Potenziale der erneuerbare Energien sind gross genug“, sagt Rico Kessler, Leiter Politik und Internationales von Pro Natura. „Was fehlt, sind eine verlässliche Planung und klare Standortkriterien.“

Für einen vorgezogenen Atomausstieg sind folgende 10 Bausteine erforderlich:

Als erstes braucht es einen Systemwechsel. Das Parlament muss den Atomausstieg beschliessen und alle Rahmenbewilligungsgesuche müssen zurückgezogen werden. Verbindliche Ziele für Stromverbrauch und Zubau neuer erneuerbarer Energien müssen festgesetzt werden. Ausserdem ist eine Bildungsoffensive für Fachleute, sowie eine Informationsoffensive für Konsumentinnen und Konsumenten erforderlich.

Zudem muss die Effizienz gesteigert werden. Dazu müssen verstärkte Effizenzanreize, wie Stromlenkungsabgaben geschaffen werden und strenger Mindestanforderungen für Beleuchtung, Geräte und Motoren festgelegt werden. Ausserdem braucht es einen Effizienzauftrag für Stromversorger, u.a. progressive Tarife.

In punkto erneuerbare Energien müsste die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ausgebaut werden. Sie wird vor allem der Sonnenenergie-Nutzung einen Schub geben. Solarenergie ist in der Schweiz mittelfristig die günstigste verfügbare Quelle für Strom und hat das grösste Zuwachspotential. Hemmnisse bei erneuerbaren Energien müssen abgebaut werden, dazu braucht es straffere Verfahren und klare Planungsrichtlinien für bessere, naturverträgliche Projekte. Zudem muss die Netzinfrastruktur ausgebaut und auf intelligentes Lastmanagement (Smart Grids, Smart Metering) gesetzt werden.

Weitere Informationen

Pro Natura

WWF Schweiz

Greenpeace Schweiz

Verkehrs-Club der Schweiz VCS

Schweizerische Energie-Stiftung SES

Bild: Eclipse.sx (Wikimedia Commons)

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