© Karl-Ludwig Poggemann [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Unterschätzung des Jahres: Super-GAU nicht unter den Top 10 Risiken

  • Redaktion Naturschutz
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Die Risikoanalyse des Bundesamt für Bevölkerungsschutz listet die Top 10 der Gefahren für die Schweiz auf. Dabei schafft es das Risiko eines Super-GAUs nicht in diese Liste. Ob da die Zahlen stimmen ist zu bezweifeln.

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES ist irritiert über das Resultat der jüngsten Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz 2015», welche das Bundesamts für Bevölkerungsschutz BABS gestern veröffentlicht hat. Ausgerechnet eine Strommangellage wird als grösstes Risiko für die Schweiz dargestellt. Dies in Zeiten einer massiven Europaweiten Stromschwemme. Für die SES ist klar: Werden die überalterten Schweizer AKW nicht vom Netz genommen, wird sich diese – für die Schweizer Stromwirtschaft sehr ungemütliche – Lage weiter verschärfen.

AKW-Super-GAU ist das grösste Risiko

Die SES rechnet das Risiko auf Basis realistischer Grundlagen neu: Unter der Annahme, dass der Schweiz alle 1’200 Jahre (1) ein Super-GAU droht (das BABS geht von 100’000 Jahren aus) und unter Berücksichtigung einer Schadenssumme von 5’000 Milliarden CHF (das Bundesamt für Energie geht von 88 – 8’000 Milliarden CHF aus ) zeichnet sich in der Risikoanalyse ein ganz anderes Bild: das Risiko einer nuklearen Katastrophe ist in der Schweiz fast doppelt so hoch wie das einer Strommangellage.

Beznau – das älteste AKW der Welt

Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls in der Schweiz steigt Jahr für Jahr an, denn mit Beznau I betreibt die Schweiz das älteste AKW der Welt. Konzipiert und erbaut in den 1960er Jahren, ist das AKW Beznau weit entfernt vom heutigen «Stand von Wissenschaft und Technik», der die grösstmögliche Sicherheit garantieren soll. Auch mit Nachrüstungen ist dieser Stand nicht zu erreichen – dafür ist das AKW Beznau rein bautechnisch nicht ausgelegt.

(1) Quelle: „Kraftwerk Schweiz“, Prof. Dr. Anton Gunzinger, 2015, Zytglogge Verlag

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