© Barbara Kümin
© Barbara Kümin

Schwärmereien – die Grossen/Wanderfalter

  • Barbara Kümin
  • 3

Ich geb’s zu, ich schwärme für Schwärmer! Und damit stehe ich auch nicht alleine da, das tut eigentlich jede Person, die auf die eine oder andere Weise mit dieser tollen Falterfamilie in Kontakt gekommen ist.

Es sind ausnahmslos prächtige, grosse – um nicht zu sagen imposante – Raupen. Auch die Falter punkten mit ihrer eindrücklichen Grösse, ihren phänomenalen Flugkünsten und aparten Farbkombinationen.

Ich möchte Ihnen nachfolgend im zweiten Teil meiner Schwärmereien-Serie gerne wieder einige meiner Lieblingsschwärmer vorstellen:

Totenkopfschwärmer – das Rauhbein

Spätestens seit dem Film „das Schweigen der Lämmer“ können sich viele Leute etwas unter seinem Namen vorstellen. Dabei hätte diese spannende Art Effekthascherei gar nicht nötig.

© Markus Bürki
© Markus Bürki

Der mächtige Falter mit der eindrücklichen Totenkopfzeichnung auf dem Rücken schwirrt nicht wie ein elegantes Taubenschwänzchen um zarte Blüten: Oh nein! Er liebt seinen Nektar bereits veredelt und nimmt dafür einiges auf sich: er will Honig und dringt dazu in Bienenstöcke ein.

Sein Eigenduft bewirkt, dass ihn die Bienen vorerst als unbedrohlich wahrnehmen und er sich an die Honigwaben heran machen kann. Sein Saugrüssel ist kurz und kräftig, ein ideales Werkzeug um Honigtöpfe anzustechen.

Der Honigraub klappt jedoch nicht immer wunschgemäss und manche Totenkopfschwärmer bezahlen den Versuch mit ihrem Leben… Scheinbar können sie jedoch eine beachtliche Menge an Bienengift vertragen, bevor sie daran sterben.

Hat der Falter Erfolg, ist er jedenfalls mit mehr als genug Energie versorgt, um Paarung und Eiablage erfolgreich über die Runden zu bringen. Totenkopfschwärmer gehören zu den wenigen Faltern, die Geräusche erzeugen können: sie bringen bei Aufregung ein mäuseartiges Fiepen zustande. Der Totenkopfschwärmer kommt hauptsächlich im tropischen Afrika vor, lebt aber auch im Mittelmeergebiet.

Als Wanderfalter zieht es ihn im Sommerhalbjahr zu uns nach Norden. Hier legt er seine Eier an Nachtschattengewächse, wie zum Beispiel die Kartoffelpflanze. Seine Raupe gehört zu den Schönsten:

© Hans-Martin Bürki
© Hans-Martin Bürki

Also falls Sie im Garten Kartoffeln anpflanzen: nicht jede Frassspur bedeutet Kartoffelkäferbefall, mit etwas Glück ist es eine schützenswerte Totenkopfschwärmer-Raupe. ;)

Windenschwärmer – der Rekordhalter

Auch der Windenschwärmer ist – wie der Totenkopfschwärmer – ein Wanderfalter. Eine Kombination von südlichen Höhenwinden und heissen Sommertemperaturen bei uns ist die besten Voraussetzung, um diesen stattlichen Falter auch in unseren Breiten beobachten zu können.

© Barbara Kümin
© Barbara Kümin

Alle Schwärmer sind aufgrund ihrer Flügelstruktur und ihrer Flugtechnik hervorragende Flieger. Der Windenschwärmer ist dabei wohl der beste Flieger von allen: von ihm heisst es, er schafft mit etwas Rückenwind auf der Wanderung Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h! Das ist doch eine erstaunliche Leistung für ein Insekt, das höchstens ein paar Gramm wiegt, nicht? Zum Vergleich: ein durchschnittlicher Singvogel wie zum Beispiel die Mönchsgrasmücke fliegt auf dem Vogelzug mit ca. 40 km/h.

Der Windenschwärmer ist noch in einem anderen Bereich rekordverdächtig: sein Saugrüssel ist extrem lang. Er kann bis doppelt so lang wie der Körper des Falters sein. Der Vorteil für den Falter liegt darin, dass er damit auch noch aus sehr langen, dünnen Blütenkelchen Nektar trinken kann, wo andere Falter schon lange nicht mehr hingelangen können.

Der Nachteil ist, dass es bei nur schon leichten Winden ziemlich schwierig wird, die Blütenkelche überhaupt zu treffen. Seine überragenden Flugkunst kommt dem Windenschwärmer also auch bei der Nahrungsaufnahme zu Gute.

Der Windenschwärmer legt bei uns seine Eier an Zaun- und Ackerwinde ab. Seine Raupen sind farblich sehr variabel, die Palette reicht von grün bis gelb über braun bis schwarz mit allen Zwischentönen.

© Barbara Kümin
© Barbara Kümin

Ist der Sommer lang und warm genug, schaffen seine Raupen die Entwicklung bis zum Falter und ziehen im Herbst wieder Richtung Süden. Kommt es hingegen im September und Oktober zu frühen Kälteeinbrüchen, verzögert sich die Entwicklung der Raupen und beim ersten Bodenfrost sterben die Puppen ab.

Lesen Sie hier bald im dritten und vierten Teil der Schwärmereien-Serie von Hungerkünstlern und den Attraktiven!

3 Kommentare

  • Thomas

    Ich hab ein totenkopfschwärmer aufgezogen .jezt weis ich nich wie es weiter geht . Ich bitte um antwort .lg thomas

    Antworten
  • gule

    Halloo . Ich hab eine gefunde und weiss nicht genau was das ist änlich

    Antworten

Beitrag kommentieren