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Nichts Weltbewegendes – nur eine tote Eiche…

  • Benjamin Kämpfen
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Es gibt die ganz grossen Ärgernisse: Klimawandel, Artensterben, Überfischung der Weltmeere oder verantwortungslose Firmen um nur einige zu nennen. Und dann gibt es die kleinen Ärgernisse, die einem aber unmittelbar betreffen. Und um ein Solches geht es hier. Also nicht um den grossen Öko-Ärger, sondern um eine kleine Geschichte, ein Ereignis, das zwar – mit Blick auf die grossen Geschehnisse unserer Zeit – gänzlich unbedeutend und unwichtig erscheint. Aber vielleicht doch auch unseren Umgang mit der Natur etwas beleuchten mag.

Es geht um eine Eiche. Eine rund 50-jährige Eiche, die am Zürcher Stadtrand wächst – oder besser gesagt: wuchs. Denn die Eiche ist trotz ihres jugendlichen Alters am Absterben. Nicht aus natürlichen Gründen, sondern weil jemand das so möchte. Und offensichtlich auch das Wissen und die Unverfrorenheit hat, um dem Baum die gewünschte aktive Sterbehilfe zukommen zu lassen.

Kurz zurückgespult: Seit über 20 Jahren pachtet der Natur- und Vogelschutzverein Höngg ein Grundstück am Siedlungsrand: Knapp 40 Hochstämmer stehen hier auf einer blumenreichen Wiese und am Rand wächst eine prächtige Hecke, mittendrin eine noch junge Solitär-Eiche. Ein Baum mit Potential, den der Naturschutzverein fördern und heranwachsen lassen will.

Doch mit diesen Plänen sind nicht alle einverstanden. Im letzten Sommer beginnt der Baum zu kränkeln, sieht nicht mehr gut aus. Ein Augenschein bestätigt: Hier hat jemand versucht, die Eiche zu vergiften. Die Spuren sind eindeutig, aber machen kann man nicht viel. Und es besteht Hoffnung, da die Giftattacke nicht mit viel „Fachwissen“ erfolgte. Die Eiche soll überleben, so das Urteil der Fachfrau, und im Frühling neu austreiben.

So hätte die Eiche in diesen Tagen doch wieder ergrünen sollen. Geschehen ist aber fast nichts. Nur ein wenig Grün da und dort, dafür viele abgestorbene Äste. Und es bestätigt sich leider, dass die Giftmischer noch nicht genug haben. Neue Spuren zeigen, dass sie dem Baum ganz an den Kragen wollen. Und so wie’s ausschaut, werden sie erfolgreich sein…

Was soll’s? Ist ja nur ein Baum. Der vielleicht jemandem vor der Aussicht steht. Oder der jemandem Schatten und Laub wirft. Oder es ist der Baum, der vom verhassten Naturschutzverein gehätschelt wird. Wer weiss das schon?

Wie sollen wir die grossen Probleme in der Welt und in der Natur lösen, wenn schon eine einzelne Eiche am Höngger Stadtrand Leute zu ungeheuerlichen Methoden greifen lässt…?

 

Die ganze Geschichte ist bei der Quartierzeitung Höngger nachzulesen.

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