© Christine Dobler Gross
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Nächtliches Treiben im Naturgarten

  • Christine Dobler Gross
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Wenn es dunkel wird, tauchen Wesen in unserm Garten auf, deren Treiben uns erst die Spuren am kommenden Tag verraten. Das hat uns neugierig gemacht und dazu bewogen, im Garten an wechselnden Orten eine IR-Wildkamera zu installieren.

Text: Christine Dobler Gross
Bilder: IR-Wildkamera, installiert und platziert von Arno Gross

Wer da immer an den Trauben naschte, trotz schützendem Netz, war dann bald einmal klar……

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Wir wollen keine Füchse in den Garten locken und werfen nur Garten- und Rüstabfälle auf den Kompost, um sie nicht unfreiwillig zu füttern. Aber unser Garten liegt auf ihrer Route durchs Quartier, und nachts läuft hier so einiges, wie man sieht: ein schwarzes, pelziges Wesen huscht soeben über den Sitzplatz! Schon taucht ein weiteres Augenpaar aus dem Gebüsch auf………

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Hoppla, ein Kollege! Spannend zu sehen, wie diese zwei Füchse miteinander kommunizieren……

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….um sich aber gleich wieder dem schwarzen Pelztier zu widmen, das in der Zwischenzeit jedoch verschwunden ist.

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Diese ganze Szene ist auf diesem Film zu sehen:

Dieser grosse Reisighaufen mit lockerem Unterbau war eigentlich für den Igel gedacht, als Verbindung zu Nachbars Garten. Auch andere Durchgänge sind so mit Ästen verbarrikadiert, dass nur ein Igel durchkommen sollte – war die Idee…..

Ich bin in einem ständigen Dilemma: wie hält man die einen fern und heisst die andern willkommen?

Füchse, aber insbesondere Katzen sind in unserm „Lebensraum für kleine Wildtiere “ nicht willkommen. Es gibt hier von beidem zu viele, und deshalb kaum mehr Blindschleichen, Eidechsen, Spitzmäuse….

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Für diese Passage interessiert sich auch ein prächtiger Marder – dessen Spuren von herausgerissenem Isoliermaterial am Gartenhaus haben wir schon längst bemerkt. Er schnuppert aber nur und wagt sich nicht in die Öffnung. Er ist ein seltender Gast.

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Natürlich blieb der Durchgang auch der Nachbarskatze nicht verborgen. Sie taucht mittlerweilen nur noch nachts auf, da sie deutliche Signale erhalten hat, unserm Naturgarten fernzubleiben. Jetzt ist der Garten halt einfach des Nachts ihr Jagdrevier, als sei dies das selbstverständlichste der Welt. Es ist schlicht aussichtslos. Wie halten das bloss andere NaturgärtnerInnen aus?

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Auch unser Teich wird nicht verschont – die am frühen Morgen schlüpfenden Libellen sind leichte Beute, und auch Kröten und Molche sind offenbar lustig zum Spielen.

Selbst ein Igel hats hier einmal ausprobiert, wie denn ein Molch schmeckt – nicht so toll, wie es scheint…. oder doch?

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Schau selbst:

Ein Naturgarten mit Ast- und Laubhaufen, Komposthaufen, verwinkelten, unaufgeräumten Ecken und Teichen, Holzbeigen und Unterschlupfmöglichkeiten aller Art ist nicht nur für jagende Katzen, sondern auch für Futter suchende Igel ein beliebter Ort. Ein bisschen Chaos ist natur- und umweltfreundlicher als Ordnung, und Saubermachen passt im Haus und nicht im Garten.

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Wenn wir nicht zu Hause sind, wagt es schon einmal eine Katze, tagsüber die Stelle genauer zu inspizieren, wo des Nachts jeweils ein Igel raschelt. Dieser muss sich jedoch nicht fürchten vor der Katze.

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Hingegen der Fuchs, der kann ihm schon einmal gefährlich werden, wie dieser Film aus dem Garten zeigt:

Dieser gesunde Igel, in der Lage, sich vollständig einzurollen, überlebte. Das gekaufte Igelhaus war beinahe zur tödlichen Falle geworden! Das war uns eine Lehre, dass die Igel sehr, sehr gut gesicherte Verstecke, Überwinterungsplätze und Nester für ihre Jungen brauchen!

Diese zwei kleinen Kerle haben wohl bemerkt, dass es beim Vogelhäuschen ab und zu Sonnenblumenkerne zu erhaschen gibt.

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So auch auf dem Sitzplatz, wo die flinken Waldmäuschen sogar tagsüber auftauchen:

Es ist gut so, bleibt uns vieles verborgen, was im Schutz der Dunkelheit um uns herum geschieht. Diese ist für viele Tiere überlebenswichtig, und wir sind froh, dass sich die Lichtverschmutzung in unserm direkten Wohnumfeld in Grenzen hält.

Ein bisschen spionieren mit der IR-Wildkamera macht aber schon Spass!

2 Kommentare

  • Cornelia Hürzeler

    Wunderbare Fotos und Filme!
    Jeden Morgen ist es auch mein besonderes Vergnügen, die Speicherkarte aus der Wildtierkamera zu holen und während dem ersten Kaffee zu schauen, was sich alles im Garten in der Nacht getan hat.

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  • Andreas Diethelm

    Und ich dachte, Überwachungskameras würden nur für den „Tatort“ und dergleichen laufen oder nicht laufen, die Aufzeichnung unerklärliche Lücken aufweisen, oder vorsorglich gelöscht werden. Anderseits, ohne Licht besehen, ist Tatort überall. Insofern ist die ÜK im Naturgarten nicht für die Katz, zumindest nicht nur. Die Fuchs-Molch-Beziehung habe ich mir weniger freundschaftlich vorgestellt. Danke für die Nachtsicht.

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