Lavendel-Weide Salix eleagnos

Weiden – nie zu spät für den Neubeginn

  • Christine Dobler Gross
  • 3

Jetzt blühen die Weiden. Ein Frühling ohne Weidenkätzchen?

Da würde mir etwas Wichtiges fehlen. Keine einzige Weide fand ich in der Nachbarschaft, als wir hier einzogen, deshalb pflanzte ich sofort eine Sal-Weide, Salix caprea.

9109-12Andrena vaga
Ein Weibchen der Weidensandbiene Andrena vaga an der Salweide Salix caprea. Sie ist auf Weiden spezialisiert.

Damals kannte ich noch gar keine anderen Weidenarten. Jetzt habe ich drei einheimische Arten, alle gedeihen prächtig. Weiden sind eine der wichtigsten Pollen- und Nektarquellen für die ersten Insekten des Jahres. Für mich symbolisieren sie noch viel mehr: den Neubeginn schlechthin.

Ein Pärchen der Rotschopfigen Erdbiene Andrena haemorrhoa auf der zauberhaften Purpurweide Salix purpurea, eine einheimische Weidenart.

Schon die Kelten bewunderten die Eigenschaften der Weide, die in enger Verbindung mit dem Wasser und dem Mond steht. Er galt als mystischer Baum, der Kraft spendet und die Beziehung zur Mutter Erde vertieft. Die Weide stand für die Wiedergeburt der Natur und symbolisierte Heilkraft und Fruchtbarkeit. Man glaubte, dass die Weide den Menschen sogar Krankheiten abnehmen kann. In China gilt die Weide als Symbol für Frühling, sexuelles Verlangen und Freudenmädchen.

Eine Dunkle Erdhummel, Bombus terrestris, ebenfalls an der Purpurweide Salix purpurea

Manchmal treffe ich Dutzende von Hummelköniginnen an der Weide an, vielleicht weils die einzige hier ist. Das haben auch die Meislein entdeckt: sie versuchen, die stattlichen Brummer zu erwischen, meist erfolglos. Entlang von Gewässern werden, so scheint mir, wieder vermehrt Weiden gepflanzt. Auch Kopfweiden. Tolle Dinger. Eine Weide gehört in den naturnahen Garten, ob mit oder ohne Teich. Denn eine Weide ist eine Augenweide, und das Gesumse darin eine Ohrenweide.

Die Lavendel-Weide Salix eleagnos ist, wie sie klingt: elegant, fein, eine wunderbare einheimische Weide am Teichrand. Auf ihr sammelt soeben die Graue Sandbiene Andrena cineraria Pollen.

Weiden muss man immer wieder schneiden, weil sie tüchtig wachsen. Aus den geschnittenen Weidenruten können Geflechte aller Art kreiert werden, die als Abschrankungen, Pflanzenstützen usw. gebraucht werden können. In einen Naturgarten passen die prima, besser als die steifgeraden gekauften Stützstecken. Ich werde dieses Jahr einiges ausprobieren damit.

Euch allen Frohe Ostern!

3 Kommentare

  • Ernst Sonderegger

    Ein klarer Fall für Google. Was bringt z.B: Weiden Rankhilfe ?

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  • Christine Dobler Gross

    Danke, SondiHombi, ein toller Link, eine riesige Sammlung – alles, was das Weidenherz begehrt. Nur so etwas Simples wie Pfanzenstützen aus Weidenästen, die nicht gerade sind (z.B. Bögen, kleine Geflechte), habe ich nirgends gefunden. Wenn also jemand so etwas sieht, weiss, fotografiert hat, ausprobiert: ich lass mich gerne inspirieren.

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  • Ernst Sonderegger

    Ja, Christine Dobler Gross, da kann ich Ihnen, als Weiden- und Wildbienenfreund, zu den hübschen Bildern und dem interessanten Text nur gratulieren. Ich erlaube mir, bei dieser Gelegenheit auf meine viel nüchterne Seite, mit vielen Links zum Thema Salix, hinzuweisen: http://www.salix.ch

    Herzliche Grüsse aus „Hombi“
    sondi

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