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Jeden Tag auf Gartensafari

  • Christine Dobler Gross
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Egal, obs regnet und stürmt: jeden Tag gehe ich mehrmals durch den Garten, und immer gibt es einiges zu entdecken. Je mehr ich weiss, desto mehr sehe ich, und es wird je länger desto unwichtiger, in die Ferien zu fahren!

© Christine Dobler Gross
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Diese Wildbiene ist, kaum hat es aufgehört zu regnen, soeben aus der Blüte auf die Blüte geklettert.

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Der Kohlweissling hat sich bei diesem windigen Regenwetter einen Platz in einer weissen Clematisblüte gesucht, vielleicht damit er dort nicht auffällt.
Wenn ein Insekt lange reglos an einer Blüte hängt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Dann hängt meist versteckt und getarnt ein anderes Tier an ihm – die Krabbenspinne.

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Diese Solitärwespe musste auf der Beinwellblüte ihr Leben lassen. Die Krabbenspinnen packen ihre Beute mit den Vorderbeinen und beissen ihren Opfern, zumindest denjenigen mit einem Stachel, ins Genick. Das Gift betäubt die Beute sofort, und so kann die Spinne vermeiden, gestochen zu werden.

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Jetzt sind die Blattschneiderbienen aktiv. Wenn du einen Sitzplatz oder Plattenweg hast, bei welchem die Zwischenräume nicht verfugt sind, dann kannst Du beobachten, wie sie dort ihre Nester in den Boden buddeln.
Dieses Weibchen, gefolgt von einem Männchen,  bringt ihr Blattstück in einen Zwischenraum der Sandsteinmauer.

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Wenn sie das Blatt dort als Röllchen geformt und befestigt hat, holt sie Pollen, hier gelb am Bauch gut sichtbar, streift diesen ins Blattröllchen und legt danach ihr Ei hinein.

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Aber auch die beiden Teiche bieten viele Möglichkeiten für interessante Beobachtungen. Am Abend kommt oft der Igel vorbei und trinkt. Ich bin jedesmal erleichtert, wenn ich ihn sehe, denn jetzt hat die Gartensäuberungssaison mit den gefährlichen Fadenmähern und Tellersensen wieder angefangen…..
Die Bergmolche machen sich den Regenwurm streitig.

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Im Mai können auch schon die jungen Bergmolche gesichtet werden.

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Auch dieses Jahr werden die Kaulquappen der Erdkröten laufend weniger. Warum? Wer frisst sie? Die Molche sind es nicht. Bei dieser Kaulquappe, die mit dem Kopf im Boden steckt, will ich es genauer wissen, was sie da so reglos macht.

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Ich bewege den Boden leicht mit einem Halm, und schon klärt sich das seltsame Verhalten: die Larve einer Plattbauchlibelle, perfekt getarnt, hält sie in ihren Klauen!
Später, wenn diese Rückenschwimmer – es sind Wasserwanzen – grösser sind, werden auch sie Jagd machen auf die Kaulquappen. Einige aber werden überleben und als Kröten hoffentlich wieder in meinen Teich zurückkommen und laichen.

©  Christine Dobler Gross
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Text und Bilder: Christine Dobler Gross

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