© Adopt A Negotiator [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Heisse Luft und CO2 am Klimagipfel

  • Roman Vonwil
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…und wieder einmal treffen sich Politiker_innen aus aller Welt zu einem Klimagipfel. Dieses Mal findet er in New York statt, und eingeladen hat der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon.

Im Vorfeld des Gipfels wurden weltweit grosse Demonstrationen abgehalten um die Global Leaders mit der Holzhammer-Methode darauf aufmerksam zu machen, dass die Zivilgesellschaft ein gewisses Interesse an einer griffigen Klimapolitik hat. Sogar Leonardo DiCaprio war dabei und findet den Klimawandel nicht gut, was eigentlich auch – beim Durchblättern des Blicks wird das klar – das Wichtigste an der ganzen Demonstration in New York mit geschätzten 299’999 anderen Leuten war.

Es schiessen nun auch wie vor jedem Klimagipfel überall Petitionen aus dem Boden, mit denen wir von unseren Politikern_innen verlangen können, dass sie sich für den Klimaschutz einsetzen. Greenpeace Schweiz will mit vielen Unterschriften Doris Leuthard gar dazu bewegen zur Schutzpatronin zu mutieren, da angeblich nur solche unser Klima noch retten können. Mit ihrem strahlenden Lächeln und göttlicher Macht soll sie in das Weltgeschehen eingreifen, mit Blitzen um sich werfen und alles doch noch zum Guten wenden. Schön wär’s!

Die grossen Fragen bleiben: Kommt die Botschaft wirklich an? Vertreten die World Leaders nun plötzlich andere Interessen als zuvor – nämlich die von Hunderttausenden Menschen, die auf die Strasse gegangen sind für einen wirksamen Klimaschutz? Wird die Zivilgesellschaft nun vielleicht zu einer effektiven Teilnahme am nächsten Klimagipfel eingeladen? Bringt das Ganze überhaupt noch etwas?

Wer sich nicht mehr auf die Klimadiplomatie verlassen will, die vermutlich wieder einmal vor allem heisse Luft und viel CO2 (reist eigentlich unsere Klimaschutzpatronin Leuthard mit dem bundesrätlichen Privatjet nach New York?) produzieren wird, dem bieten sich aber auch andere Möglichkeiten. Neu ist zum Beispiel die Divestment-Bewegung im Aufwind, die verlangt, dass grossflächig Investitionen in fossile Energien zurückgezogen werden. Schliesslich hat schon Bill Clinton gesagt: „It is the economy, stupid!“.

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