Blattschneiderbiene Megachile centuncularis © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Blattschneiderbiene Megachile centuncularis © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

„Gestatten, mein Name ist Megachile centuncularis!“

  • Christine Dobler Gross
  • 5

Kürzlich bekam ich eine Mail von einer Frau mit der Bitte, ich möge doch mein Wildbienenposter besser bewerben, um es damit mehreren Leuten zugänglich zu machen. Es ist aktuell auf der homepage des WWF Zürich aufgeschaltet, aber nicht gut auffindbar.

Ich komme diesem Wunsch gerne nach, da es immer mehr Leute gibt, welche nicht nur ein „Wildbienenhotel“ aufhängen möchten, sondern auch die Wildbienen besser kennenlernen und zu ihrer Förderung beitragen wollen. Es gibt auch immer wieder Lehrpersonen, welche das Poster im Unterricht brauchen wollen.

Ja, also warum nicht das Poster gleich zu Weihnachten verschenken?

A-Poster Wildbienen 2013-B 80-60-Muster 2
Hier kann es bestellt werden: doblergross@sunrise.ch

Bei Interesse gebe ich gerne weitere Details bekannt (Grösse, Preis etc.), die Lieferzeit beträgt 4 Arbeitstage.

Die Bilder stammen alle aus meinem Garten, dort treffe ich die abgebildeten Wildbienen auch regelmässig Jahr für Jahr an. Seit Mai 2006 beobachte und fotografiere ich sie und hoffe jedes Jahr von neuem, dass ich ihnen allen wieder begegne. Insgesamt habe ich in den letzten zehn Jahren 66 Wildbienenarten im eigenen 400 Quadratmeter grossen Naturgarten antreffen können.

Ich stelle hier einige Wildbienen in einem kleinen Portrait vor, wann und auf welchen Blüten sie anzutreffen sind, woran man sie erkennen kann und wo sie nisten.

Das wird dir helfen, sie kennenzulernen und auch zu fördern, im eigenen Garten oder vor dem Schulhaus, auf dem Balkon oder wo immer du einen Blätz Land oder Töpfe auf einem Balkon bearbeiten kannst.

Wildbienen im Portrait

 

Gemeine Pelzbiene Anthophora plumipes

Gemeine Pelzbiene Anthophora plumipes © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Gemeine Pelzbiene Anthophora plumipes © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Anfang März bis Ende Mai

Plötzlich sind sie da und stemmen sich mit ihren haarigen Beinchen in Primeln, Lungenkraut, Lerchensporn – alles, was blüht, pummelig wie Hummeln, aber viel schneller! Sie übernachten gerne in Nisthilfen (Bild), aber für ihre Nester graben sie Gänge in lehmiges Substrat von Hängen, Steilwänden, auch mal in lehmige, von Regen geschützte Böden. In unserm Garten steht ihnen eine vertikale Lehmwand in einer Holzkiste zur Verfügung.

 

Gehörnte Mauerbiene Osmia cornuta

Gehörnte Mauerbiene Osmia cornuta © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Gehörnte Mauerbiene Osmia cornuta © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Anfang März bis Anfang Juni

Sie besuchen beinahe alles, was blüht, besonders gerne Weiden, Obstblüten und Ahorn, aber auch Primeln, Klee, Löwenzahn….. Sie nisten in vielen vorhandenen Hohlräumen und in gut besonnten Löss- und Lehmwänden. Sie lassen sich gut an unseren Nisthilfen (Bild) beobachten.

 

Mai-Langhornbiene Eucera nigrescens

Mai-Langhornbiene Eucera nigrescens © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Mai-Langhornbiene Eucera nigrescens © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Mitte April bis Mitte Juni.

Das Männchen der Langhornbiene, mit seinen langen Fühlern fast majestätisch anmutend, fliegt besonders gerne Zaunwicke (Bild), Wiesenplatterbse und andere Schmetterlingsblütler an. Sie graben ihre Nester in sandige wie lehmige Böden.

Ich habe noch nie ein Langhornbienennest gefunden.

 

Gewöhnliche Maskenbiene Hylaeus communis

Gewöhnliche Maskenbiene Hylaeus communis © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Gewöhnliche Maskenbiene Hylaeus communis © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Mai bis September.

Bei diesen beinahe schwarzen Bienen erkennt man das Männchen leicht an seiner gelblich weissen Gesichtsmaske. Die Gewöhnlichen Maskenbienen können an beinahe allen Wildstauden angetroffen werden. Sie nisten in vorhandenen Hohlräumen in Totholz, Mörtelfugen etc., in unserm Garten legen sie Nester in Nisthilfen an.

 

Garten-Wollbiene Anthidium manicatum

Garten-Wollbiene Anthidium manicatum © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Garten-Wollbiene Anthidium manicatum © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Mitte Mai bis Mitte Oktober

Gartenwollbienen besuchen insbesondere Lippen- und Schmetterlingsblütler. Garantiert begegnet man ihr an aufrechtem Ziest, wo sie auch ziemlich aggressiv ihr Revier verteidigen! Sie nisten in Ritzen, Mauerspalten, zwischen Steinplatten, in Pflanzenstängeln und Hohlräumen von Lehmwänden. Die Brutzellen werden mit Pflanzenhaaren ausgekleidet. Deshalb ist es interessant, haarige Stauden wie Currykraut (Helichrysum italicum), Wollziest, Flockenblumen etc. im Garten zu pflanzen. Von der Gartenwollbiene fand ich eine Brutzelle in einer Fensternut.

 

Spalten-Wollbiene Anthidium oblongatum

Spalten-Wollbiene Anthidium oblongatum © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Spalten-Wollbiene Anthidium oblongatum © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Mitte Mai bis Mitte Oktober

Im Gegensatz zur Gartenwollbiene sind bei der Spalten-Wollbiene die Augen bei Männchen und Weibchen grünlich. Diese Art trifft man häufig auf Sedum und Reseden an. Auf dem Bild sieht man, wie sie Pflanzenhaare am Currykraut für ihr Nest sammelt.

 

Wald-Schenkelbiene Macropis fulvipes

Wald-Schenkelbiene Macropis fulvipes © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Wald-Schenkelbiene Macropis fulvipes © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Juni bis August

Verschiedene Gilbweiderich-Arten, und nur diese Pflanzengattung, liefert den Pollen für die Brut, hingegen besuchen die Bienen verschiedene Blumen für den Nektar, zum Beispiel mag sie gerne den Wiesenstorchschnabel (Bild). Oft treffe ich sie im Garten auch schlafend in Gilbweiderichblüten an. Sie gräbt ihre Nester in verschiedene Bodenarten steiler Wände und Böschungen.

 

Garten-Blattschneiderbiene Megachile willughbiella

Garten-Blattschneiderbiene Megachile willughbiella © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Garten-Blattschneiderbiene Megachile willughbiella © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Juni bis September.

Hier ein Männchen, erkennbar an seinen grossen, weissen Vordertarsen, die aussehen wie Küchenhandschuhe, mit welchen es dem Weibchen bei der Paarung die Augen zudeckt. Die Art ist nicht spezialisiert auf bestimmte Pflanzen.

Sie nistet in Hohlräumen wie Totholzlöchern, Mauerspalten und ist auch in Balkonkästen oder Blumentöpfen mit sandigem Substrat (Kaktuserde) anzutreffen.

 

Blattschneiderbiene Megachile centuncularis

Blattschneiderbiene Megachile centuncularis © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Blattschneiderbiene Megachile centuncularis © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Juni bis September.

Eine andere Blattschneiderbienenart, die ebenfalls runde Scheiben aus Blättern ausschneidet, um daraus Röhrchen für ihre Nestgebilde zu bauen – daher kommt ihr Name. Charakteristisch ist ihre „Hohlkreuzstellung“ beim Blütenbesuch.

 

Glockenblumen-Scherenbiene Osmia rapunculi

Glockenblumen-Scherenbiene Osmia rapunculi © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Glockenblumen-Scherenbiene Osmia rapunculi © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Mai bist August

Sie ist spezialisiert auf verschiedene Glockenblumenarten, wo sie Nektar und Pollen sammelt. Gerne schläft sie auch in Glockenblumenblüten. Totholz und Halme nutzt sie für ihr Nest. Sie besiedelt gerne Nisthilfen, erkennbar an kleinen Steinchen, die sie in den Nestverschluss einbaut.

 

Efeu-Seidenbiene Colletes hederae

Efeu-Seidenbiene Colletes hederae © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)
Efeu-Seidenbiene Colletes hederae © Christine Dobler Gross (zum Vergrössern bitte anklicken)

Flugzeit: Juli bis Oktober

Sie ist spezialisiert auf Efeublüten, deren Pollen sie für ihre Brut sammelt. Nektar holt sie auf verschiedenen Blumen. Gerne legt sie ihre Nester in grösseren Kolonien an, und dies in der Nähe von Efeu in sandigen, lückigen Böden, auch in Sandkästen. Wie alle Wildbienen ist auch diese völlig friedfertig und würde niemals angreifen, selbst wenn man ihr mit dem Rasenmäher über den Kopf resp. über ihr Nest fährt.

 

5 Kommentare

  • Christine

    ….und noch eine Geschenkidee für Weihnachten, kann man downloaden, allenfalls laminieren, denen schenken, die einen XXX haben oder eben keinen XXX haben -um an den Gartenzaun oder an den Briefkasten zu hängen – siehe hier:
    http://gruenezuerich.ch/stopp-laubbl%C3%A4ser

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  • Ines Schauer

    Dieses wunderbare Poster zierte über lange Jahre im A2-Format unseren Flur und zauberte mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Und ich konnte schnell nachgucken gehen, wer denn da draussen nun gerade da war. Ein A3-Poster ist unser ständiger Begleiter beim Wildpflanzenmarkt.

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  • Ernst Sonderegger

    Danke, Christine, für den super Beitrag, die wunderschönen Bilder.
    Liebe Grüsse aus Hombi
    Ernst

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  • Maurus Horat

    Liebe Christine
    Das ist ein Superbeitrag – das Beste, was ich bis jetzt über Wildbienen so zusammenfassend gefunden habe. Ich habe auch drei selber gebaute Häuschen, bei denen schon im Frühling bei Sonnenschein reges Leben herrscht. Dieses Jahr werde ich versuchen, auch Aufnahmen dieser hübschen Tierchen zu machen.
    Herzlich grüsst
    Maurus

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  • eee

    Ein grossartiger Beitrag, der mir natürlich auch hilft meine kl. Auswahl, nur 3 Bienenhotels in meinem Naturgarten, besser zu verstehen und möglicherweise auch auszubauen.
    Danke und herzliche Grüsse – Evelina

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