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Was BP wirklich schrieb

  • Der Oekolog
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oelvogel_bpSeit einigen Tagen erscheinen sie in allen Zeitungen und Zeitschriften: grossformatige Anzeigen von BP mit dem Titel: „Unser Bohrloch ist seit Juli verschlossen. Unser Einsatz geht weiter.“ Darunter einige Sätze einiger schreibgewandter PR-Leute und natürlich das schöne grüne Blumen-Logo von BP.

Der Ölkonzern will uns also weismachen, dass jetzt alles vorbei ist und wir wieder mit vollem Vertrauen BP-Benzin tanken dürfen. 97% der Gewässer seien wieder zur Fischerei freigegeben (guten Appetit!) und die Touristen seien wieder an die Strände zurückgekehrt (jetzt im Winter?). Kein Wort von den Langzeitfolgen, von den Schäden in der Tiefsee und im riesigen Feuchtgebiet des Mississippi-Delta. Weshalb auch?

Wer die Zeilen auch sonst  etwas genauer liest, staunt noch mehr. Da steht zum Beispiel, BP habe 500 Mio. Dollar für die wissenschaftliche Aufbereitung des Unfalls und weitere 20 Mia. Dollar für die Behebung der Schäden bezahlt. Dass BP diese Liquidität (das Mehrfache des Bruttosozialprodukts vieler Staaten!?) überhaupt aufbringt, zeigt, wie unglaublich reich dieser Konzern ist. Weiter schreibt BP, der Konzern habe während der Arbeiten am Bohrloch neue Technologien entwickelt, „die unserer Branche helfen, künftig sicherer agieren und schneller reagieren zu können“.  Tönt schön, bedeutet aber, dass vor dem Unfall die Technologien NICHT zur Verfügung standen, um einen solchen GAU abzuwenden. Und dass dann während des gigantischen Ölaustritts erst neue Technologien entwickelt werden mussten. Was man dann ja auch gesehen hat.

Liebe BP, lieber hättet ihr offen und ehrlich das Folgende geschrieben: „Eigentlich hätten wir verdammt viel Geld (gehabt), aber das haben wir dummerweise nicht dafür ausgegeben, um die Sicherheit bei den Offshore-Bohrungen zu gewährleisten und im Vorfeld der gefährlichen Bohrungen die dafür nötigen Notfall-Technologien zu entwickeln. Jetzt mussten wir es halt ausgeben, um die Strände zu putzen und die Fischer zu bezahlen“.

Aber, liebe BP, alles kann man nicht zahlen mit Geld. Vertrauen zum Beispiel, oder das Leben von Vögeln.

Bild: © BP

Aga - Trigon Film

2 Kommentare

  • Berger Pascal

    Anscheinend hat der Verfasser bei der Geographie nicht so aufgepasst.An den besagten Stränden kann wirklich 12 Monate gebadet werden. Es gibt dort keinen richtigen Winter und es hat ihn auch nie gegeben. Der Klimawandel ist für einmal nicht verantwortlich.

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  • Karel Novinar

    …und es wird trotzdem weiter Auto gefahren, Heizöl verbraucht, Plastik produziert, … – mit BP oder mit anderen Erdölkonzernen. Never ending story – bis das Erdöl ausgeht.

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