Eine repräsentative Umfrage zeigt: Die Menschen in der Schweiz gehen häufig in den Wald und schätzen die vielfältigen Leistungen des Waldes für die Gesellschaft. Der Schutz des Waldes und das Rodungsverbot sind ausserordentlich gut verankert.
Der Hirschkäfer ist das Insekt des Jahres 2012. Damit wurde ein Tier gewählt, dass in der Schweiz vom Aussterben bedroht ist. Hirschkäfer sind sehr selten. Aber trotz der Seltenheit, kennt jeder den unverkennbaren Käfer. Mit der Wahl soll auf die Schönheit und auf das fehlende Habitat der imposanten Käfer hingewiesen werden.
Pro Natura hat das Braune Langohr (Plecotus auritus) zum Tier des Jahres 2012 gewählt. Der Flugakrobat ist in der Schweiz gefährdet, wie fast alle der rund 30 einheimischen Fledermaus-Arten. Vor allem aufgeräumte Wälder und “herausgeputzte” Landschaften machen den Fledermäusen zu schaffen. Pro Natura macht mit ihrer Wahl des “fliegenden Hasen” zum Tier des Jahres 2012 auf den schlechten Zustand der Biodiversität in der Schweiz aufmerksam.
Mitten im zweitältesten und grössten Nationalpark Mazedoniens will die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (engl.: EBRD) den Bau eines grossen Staudamms zur Stromgewinnung fördern. Der Mavrovo-Nationalpark ist durch das Projekt „Boskov Most“ massiv bedroht. Die internationale Naturschutzstiftung EuroNatur fordert die EBRD deshalb auf, ihre Darlehenszusage an den mazedonischen Stromerzeuger ELEM für das Wasserkraftwerk im Nationalpark zurückzunehmen. „Grosse Infrastrukturmaßnahmen wie Boskov Most führen den Nationalpark ad absurdum. Mazedonien strebt zwar den Beitritt zur Europäischen Union an. Parallel wird das europäische Naturschutzrecht durch die Genehmigung derartiger Projekte aber mit Füssen getreten. Die durch das Staudamm-Projekt verursachten Eingriffe in das Schutzgebiet sind keinesfalls mit dem Status als Emerald-Schutzgebiet und künftigem Teil des Natura-2000-Netzwerks vereinbar“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. Gemeinsam mit einer Koalition aus sechs mazedonischen Nicht-Regierungsorganisationen ruft EuroNatur die mazedonische Regierung auf, das naturzerstörerische Projekt zu stoppen.
Der internationale Zellstofffabrikant Asia Pulp & Paper (APP) zerstört trotz gegenteiliger Versprechen weiterhin im grossen Stil Tropenwald in Indonesien. Der WWF und weitere Umweltorganisationen fordern deshalb: Hände weg von APP-Produkten!
Ein Jahr nach dem internationalen Tiger-Gipfel in St. Petersburg zum Schutz der letzten etwa 3.200 Tiger in freier Wildbahn zieht die Umweltschutzorganisation WWF ein geteiltes Zwischenfazit. So sei die Wilderei in vielen Teilen Asiens weiterhin ein sehr grosses Problem, das von den örtlichen Behörden nicht engagiert genug angegangen werde. Zugleich kommt eine vom WWF mit durchgeführte Studie zu dem Ergebnis, dass noch über 70 Prozent der verbliebenen Wälder auf Sumatra von Tigern bewohnt werden. „Angesichts des hohen Lebensraumdrucks und der prekären Situation auf Sumatra gibt dieses überraschend positive Ergebnis neue Hoffnung für das Überleben der letzten Insel-Tiger“, erklärt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland in der aktuellen Medienmitteilung.
Wird die weltweite Entwaldung nicht gebremst, gehen in den nächsten knapp 20 Jahren 1,25 Millionen Quadratkilometer Wald verloren. Dies hätte schlimme Konsequenzen für das Klima. Handeln die Länder an der heute beginnenden Uno-Klimakonferenz in Durban entschlossen, können sie den Waldverlust stoppen.
Die Umweltkommission des brasilianischen Senats berät derzeit über die Neufassung des brasilianischen Waldgesetzes (Código Florestal). Die Umweltorganisation WWF befürchtet, dass die angestrebte Novellierung einem Todesurteil für weite Teile des brasilianischen Regenwaldes gleichkommt. Insgesamt sind dadurch 765.000 Quadratkilometer Wald in Brasilien massiv bedroht. Die Gesetzesinitiative hat das Ziel, die Rodungsauflagen für Grundbesitzer zu lockern und verspricht eine Amnestie für zurückliegende illegale Abholzungen.
Mit Hilfe von Kamerafallen gelang es der Umweltschutzorganisation WWF fünf der sieben bekannten Wildkatzenarten auf der indonesischen Insel Sumatra zu fotografieren. Durch die wissenschaftliche Auswertung der insgesamt über 400 Aufnahmen konnten Wanderwege und Aufenthaltsorte von Sumatra-Tiger, Nebelparder, Marmorkatze, Goldkatze und Bengalkatze untersucht und dokumentiert werden. Die meisten Wildkatzen wurden demnach in einem ungeschützten Waldkorridor fotografiert, der vom Bukit Tigapuluh Nationalpark bis zum Rimbang Baling Wildlife Schutzgebiet reicht. „Die betreffende Region ist von Landnutzung und Abholzung bedroht. Die indonesische Regierung ist jetzt in der Pflicht dieses Gebiet unter Schutz zu stellen“, sagt Stefan Ziegler, Artenschutzexperte des WWF Deutschland. Bereits heute sind nach der Roten Liste vier der Fotografierten Katzenarten akut vom Aussterben bedroht.
Der Dokumentarfilm „Tatort Regenwald – Undercover gegen die Holzmafia“ (WDR 14.11.2011, 22.00 Uhr) über Alexander von Bismarck zeigt eindrücklich, wie die illegal im Masoala Nationalpark gefällten Bäume nach China, Europa und in die USA gelangen. Ein grosser Abnehmer sind die Musikinstrumenten-Manufakturen, wie zum Beispiel die weltberühmte Firma Gibson Guitars. In minutiöser Kleinarbeit, häufig als Holzhändler getarnt und immer in Gefahr aufzufliegen, beleuchtet Alexander von Bismarck von der Environmental Investigation Agency (EIA) die verschlungenen Wege des illegalen Edelholzhandels.