Der Hirschkäfer ist das Insekt des Jahres 2012. Damit wurde ein Tier gewählt, dass in der Schweiz vom Aussterben bedroht ist. Hirschkäfer sind sehr selten. Aber trotz der Seltenheit, kennt jeder den unverkennbaren Käfer. Mit der Wahl soll auf die Schönheit und auf das fehlende Habitat der imposanten Käfer hingewiesen werden.
Ein Forscherteam hat in dem bisher unerforschten Waldgebiet Sahafina in Ost-Madagaskar eine neue Primatenart entdeckt. Die Auswertung der Proben ergab, dass es sich bei den Tieren im Sahafina-Waldgebiet um eine bisher nicht bekannte Art der kleinen nachtaktiven Lemuren handelt.
Der NABU verleiht Deutschlands peinlichsten Umweltpreis in diesem Jahr an die Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI Cruises. „Ihre angeblich ‚Weissen Flotten‘ sind in Wahrheit dreckige Russschleudern, denn die Kreuzfahrtschiffe fahren auf hoher See immer noch mit giftigem Schweröl“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Damit stösst ein einziger Ozeanriese auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke!”
Pro Natura hat das Braune Langohr (Plecotus auritus) zum Tier des Jahres 2012 gewählt. Der Flugakrobat ist in der Schweiz gefährdet, wie fast alle der rund 30 einheimischen Fledermaus-Arten. Vor allem aufgeräumte Wälder und “herausgeputzte” Landschaften machen den Fledermäusen zu schaffen. Pro Natura macht mit ihrer Wahl des “fliegenden Hasen” zum Tier des Jahres 2012 auf den schlechten Zustand der Biodiversität in der Schweiz aufmerksam.
Das Jahr 2011 brachte der Biodiversität noch immer keine Verbesserung, aber immerhin einige Versprechen für die Zukunft. Allen voran die Strategie Biodiversität Schweiz, welche der Bundesrat mit fünfzehnjähriger Verspätung im Herbst im Entwurf vorlegte. Er gibt damit das Versprechen ab, endlich mehr gegen den nicht enden wollenden Biodiversitätsverlust zu tun. Gesamthaft ist die Bilanz des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz zum Biodiversitätsjahr 2011 verhalten positiv.
Noch nie sind weltweit so viele Grossfunde an illegalem Elfenbein sichergestellt worden wie im Jahr 2011. Gründe für den intensivierten Handel mit den Stosszähnen von Elefanten sind die steigende Nachfrage in Asien und immer professionellere Schmugglerbanden.
Die weltweit grösste Rentierherde im Osten Kanadas hat sich dramatisch verkleinert. Lokale indigene Gemeinden glauben, dass grosse Industrieprojekte in der Region daran Schuld tragen. Die George River-Herde zählte einst zwischen 800.000 und 900.000 Tiere, und ist nun auf 74.000 Tiere geschrumpft. Dies ist ein Rückgang von bis zu 92%.
In den vergangenen Tagen wurden auf einer Schafweide oberhalb von dem Dorf Salenstein (TG) zwei tote Schafe entdeckt, die von einem Luchs gerissen wurden. Der Jagd- und Fischereiverwaltung Thurgau gelang mit Hilfe einer Fotofalle den Luchs an einem gerissenen Schaf zu fotografieren.
Diesen Sommer wuchs in der Schweiz ausgewilderter Gentech-Raps. Dies zeigt eine Untersuchung von zwei Wissenschaftlern sowie eine Studie des Bundesamts für Umwelt Bafu. Es ist davon auszugehen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Rapssamen überleben im Boden über viele Jahre. Die Freisetzung in die Umwelt von genmanipuliertem Raps ist in der Schweiz und in Europa verboten. Das Bafu muss rigorose Massnahmen umsetzen, um eine weitere Verunreinigung womöglich auch von Schweizer Ackerflächen zu stoppen.
Auch 2011 gelang es nicht, den dramatischen Artenschwund zu verlangsamen. Klimawandel, Wilderei oder extensive landwirtschaftliche Nutzung setzen vielen Arten stark zu. Rund ein Drittel aller untersuchten Arten sind gemäss der Weltnaturschutzunion IUCN gefährdet.Besonders hart getroffen hat es 2011 die südafrikanischen Nashörner. Dafür können die Bartgeier auf eine bessere Zukunft hoffen.