Umwelt-DNA – Detektion der Artenvielfalt durch DNA statt Organismen

Handelt es sich bei entdeckten Muscheln um eine bedrohte Art oder um Organismen, die eine gute Gewässerqualität anzeigen? Oder sind die ersten Ankömmlinge einer invasiven Art ins Netz gegangen?

Der Naturschutz so wie auch das Monitoring von Lebensräumen benötigen genauste Informationen über das Vorkommen von Arten. Der Nachweis von Arten ist jedoch oft sehr schwierig und vermehrt fehlen auch Spezialisten, welche die Arten unterscheiden können. Vor einigen Jahren entdeckten Wissenschaftler, dass man Arten auch mittels DNA, welche Individuen in der Umwelt zurücklassen, nachweisen kann. Alle Organismen geben über Fäkalien, Haare oder Schleim Zellen und deren Erbgut in die Umwelt ab, die sogenannte Umwelt-DNA. Mittels einer Umweltprobe und molekularen Methoden kann anhand dieser DNA das Vorkommen von Arten und die Diversität analysiert werden, ohne die Organismen selbst einzufangen. Die Vortragsreferentin erklärt die verwendete Methode, erläutert Vorteile sowie Schwierigkeiten und informiert über die breite Palette von möglichen Anwendungen in der Praxis.

Zur Referentin

Elvira Mächler studierte Biologie an der ETH Zürich. Nach dem Bachelorstudium absolvierte sie ein gemeinsames Praktikum bei einem Öko-Büro und der WWF-Sektion des Kantons Schwyz. Danach vertiefte sie ihr Studium mit dem Master in Ökologie und Evolution an der ETH Zürich. In ihrer Masterarbeit befasste sie sich bereits mit dem Nachweis mittels Umwelt-DNA. Nach einer zweijährigen Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Aquatische Ökologie an der Eawag begann sie 2015 ihre Doktorarbeit zum Thema der Umwelt-DNA in der Arbeitsgruppe von Prof. Florian Altermatt an der Eawag und der Universität Zürich. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit dem Nachweis von Makroinvertebraten mittels Umwelt-DNA und dem Potential dieser Methode für neue, ökologische Fragestellungen. Sie ist Mitglied in der EU COST Action (DNAqua- Net), welche sich für die Entwicklung von Standards für genetische Tools und deren routinemässige Anwendung im Biodiversitäts- Monitoring in Europäischen Gewässern einsetzt.