Kunststoffe: Fluch oder Segen?

Kunststoff ist im Alltag des 21. Jahrhunderts allgegenwärtig, aber nicht frei von Schwierigkeiten. Die Herstellung basiert grösstenteils auf Erdöl, und Kunststoffabfälle verschmutzen die entlegensten Winkel unseres Planeten auf Jahrhunderte hinaus. Welches sind die Chancen und Vorteile, die Kunststoff gegenüber anderen Werkstoffen so beliebt macht? Und ist Kunststoff-Recycling die richtige Antwort auf den zunehmenden Plastikabfall, oder liegt die Lösung in neuen, biobasierten Kunststoffen?

Die Archäologie der Zukunft wird das 20. und beginnende 21. Jahrhundert der «Plastikzeit» zuordnen. Der Siegeszug des Kunststoffs begann mit der Entwicklung erdölbasierter Kunststoffe zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die zunehmende Verfügbarkeit von Erdöl beschleunigte das Wachstum der Kunststoffindustrie nach dem zweiten Weltkrieg. Das neue Material bot viele Vorteile gegenüber den herkömmlichen Werkstoffen. Heute werden rund 4 Prozent der jährlichen Erdölproduktion zu Kunststoff verarbeitet, und fast gleich viel wird zusätzlich als Energie für dessen Herstellung verbraucht. Mehr und mehr zeigen sich auch die Schattenseiten des Produktes. Kunststoffe sind sehr beständig und zersetzen sich erst nach Jahrhunderten. Dabei entstehen giftige Chemikalien und Mikroplastik, der sich im Wasser, in den Böden und schliesslich auch in unserer Nahrungskette anreichert. Zudem ist Erdöl als Ausgangsmaterial endlich. Für die Zukunft sind daher einerseits neue Kunststoffe gefragt, die nicht auf Erdöl basieren und solche, die ohne Rückstände abbaubar sind. Anderseits braucht es Lösungen, die eingesetzten Mengen zu reduzieren und für das Recycling der Kunststoffe.

Referat 1: – Daniel Schwendemann, Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung der HSR Hochschule für Technik Rapperswil
Daniel Schwendemann stellt in seinem Beitrag die Chancen der Kunststofftechnologie in den Vordergrund und gibt Einblick in zukunftsweisende Forschungsprojekte. Dazu gehört auch Creamelt, eine an der HSR Hochschule für Technik in Rapperswil hervorgegangenes Unternehmen, das alte Skischuhe rezykliert und in Material für 3D-Drucker umwandelt.

Referat 2: – Hans Ulrich Schwarzenbach, Geschäftsführer, Zweckverband der Zuger Einwohnergemeinden für die Bewirtschaftung von Abfällen (ZEBA). Der ZEBA wurde 1995 mit dem Ziel gegründet, möglichst wenig Abfall zu verbrennen, dafür möglichst viele Abfallwertstoffe wiederzuverwerten. Seither hat sich das die Separatsammlung von verschiedenen Abfallfraktionen in der Gesellschaft etabliert und die Konsequente Abfallbewirtschaftung wird in der ganzen Schweiz umgesetzt. So sind beispielsweise die Ökihöfe im Kanton Zug eine Pionierleistung für das Recycling von Abfällen. Herr Schwarzenbach wird aufzeigen, was nun die Herausforderungen beim Thema Kunststoffabfall sind. Welche Kunststoffe lohnt es sich zu sammeln, wie erfolgt das Rezyklieren, was ist der gesetzliche Auftrag und wie ist die gesellschaftliche Akzeptanz?

Moderation der Podiumsdiskussion: – Samuel Perret, Projektleiter, Institut WERZ, HSR Hochschule für Technik Rapperswil

Freier Eintritt

Weitere Infos:
www.bodenschaetzewerte.ch

roh