Die Gämse Alin der Alpen-Initiative schaut genau hin, welche Transporte Sinn machen und welche nicht. | © Diego Balli / Alpen-Initiative
Die Gämse Alin der Alpen-Initiative schaut genau hin, welche Transporte Sinn machen und welche nicht. | © Diego Balli / Alpen-Initiative

Wer verdient den „Teufelsstein“ für Unsinntransporte?

  • Mélanie Guillebeau
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Der „Teufelsstein“ der Alpen-Initiative „zeichnet“ Güter „aus“, die unnötig weit reisen, bevor sie an den Konsumenten gelangen. Dieses Jahr stehen wieder drei Kandidaten zur Wahl und Sie können bestimmen, wer den unrühmlichen Preis verdient hat. Gleichzeitig wird mit dem „Bergkristall“ zum ersten Mal Engagement zur Vermeidung von Transportwegen geehrt.

Letztes Jahr wurden 40.4 Millionen Tonnen Güter über unsere Alpen transportiert – Tendenz steigend. Mit zunehmendem Güterverkehr werden auch die CO2-Emissionen ansteigen. Dem möchte der Verein Alpen-Initiative mit seinem Engagement entgegenwirken: Zum Schutz unserer Alpen strebt die Alpen-Initiative eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene an und macht auf die Verkehrsproblematik im Alpenraum aufmerksam – auch die Verleihung des „Teufelssteins“ und erstmalig des „Bergkristalls“ soll diesem Zweck dienen.

Unnötige Transporte vermeiden

Bereits seit 15 Jahren vergibt die Alpen-Initiative den „Teufelsstein“, der von Migros und Coop zum ersten Mal in Empfang genommen wurde: Ihnen wurde der Verkauf von „Schweizer“ Rahm angeschwärzt, der in Italien oder Belgien in Sprühdosen abgefüllt und anschliessend wieder in die Schweiz importiert wurde – dabei legte er rund 2’000 Kilometer zurück.

„Die Absurdität gewisser Transporte ist kaum zu überbieten“, sagt Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative.

Die Verleihung des „Teufelssteins“ soll auf genau solche sinnlose Transportwege aufmerksam machen. Dieses Jahr will die Alpen-Initiatve zusätzlich eine innovative Idee, die Transportkilometer einspart, mit dem „Bergkristall“ beehren.

Je drei Kandidaten zur Auswahl

© Alpen-Initiative
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Für den „Teufelsstein“ und den „Bergkristall“ stehen jeweils drei Kandidaten zur Wahl. Ein vielversprechender Anwärter für den diesjährigen „Teufelsstein“ dürfte das „luxuriöse“ Fidschi-Wasser sein, das 22’000 Kilometer reist, bis es in unseren Supermarktregalen steht. Die beiden weiteren Unsinntransporte sind der Caffè Latte von Emmi, der in Deutschland in Aludosen abgefüllt wird und der neuseeländische Hirschpfeffer, den es in der Migros zu kaufen gibt.

© Alpen-Initiative
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In der rühmlichen Kategorie des „Bergkristalls“ gibt es folgende Kandidaten: ImagineCargo aus Zürich, die eine Bike-Bahn-Bike Transportkette unterstützen; die Stadt Lausanne, die ihre Schulkinder mit Essen verpflegt, dass zu 70 Prozent aus Produkten gekocht wird, die nicht mehr als 70 Kilometer entfernt geerntet oder hergestellt wurden; und Laines d’ici aus dem Kanton Neuenburg, die Wolle lokal verarbeiten.

Sie bestimmen die Gewinner!

Wer gewinnt, bestimmt die Öffentlichkeit – also auch Sie! Abstimmen können Sie online unter abstimmen.alpeninitiative.ch. Noch bis Ende August läuft die Wahl und im Herbst werden die Gewinner präsentiert.

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