© magenbrot [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com
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Umfrage: Wildschweine in der Landwirtschaft

  • Redaktion Naturschutz
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Für viele Landwirte sind Wildschweine rüpelhafte Gesellen, da sie grossen Schaden im Kulturland anrichten können. Teilen Sie Ihre Ansicht sowie Ihren Wissensstand zu dieser Problematik in einer Umfrage der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Trotz genügend Futter im Wald richten Wildschweine im waldnahen Kulturland zum Unmut der Landwirte zunehmend Feldschäden an. Thurgauer Bauern sind im schweizweiten Vergleich stark betroffen. Konfliktpotenzial zwischen Landwirten, Jägern sowie den Wildschadenexperten ist vorprogrammiert.

Neue Website soll Austausch fördern

Im Rahmen einer Diplomarbeit von Desirée Müller aus Bottighofen, die an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW Artenkenntnis, Ökologie und Management studiert, ist eine Internetplattform (www.wildschwein-und-wir.com) geplant. Diese soll Klarheit über die rechtlichen Ansprüche der Landwirte schaffen, Kontakte zu den zuständigen Personen ermöglichen sowie diverse Präventionsmethoden vorstellen. Es müsse nicht immer ein teurer Elektrozaun sein, es gebe viele einfache Methoden, um die Kulturen zumindest teilweise vor Wildschweinschäden zu schützen, ist die Studentin überzeugt.

Die Thurgauerin ist interessiert an den Erfahrungen der Landwirte mit Wildschweinschäden und wird diese in ihre Diplomarbeit einfliessen lassen. Dazu initiierte Müller eine an die Bevölkerung gerichtete Umfrage bei der getestet wird, wie viel Wissen über das Leben der Wildschweine in der Schweiz vorhanden ist.

Umfrage für Landwirte und Interessierte

Interessierte und Betroffene werden eingeladen, sich an der Umfrage zu beteiligen. Mit folgenden Links gelangen Sie zur Umfrage:

Das Beantworten der Fragen wird rund fünf bis sieben Minuten in Anspruch nehmen und die Umfrage läuft bis Ende September 2017.

 

 

 

 

Bitte erst NACH der Umfrage lesen!
Weitere Erläuterungen zur Problematik:

In der Schweiz wie in ganz Europa haben die Wildschweinbestände in den letzten 30 Jahren stark zugenommen. Es muss in den kommenden Jahren weiterhin mit einer Bestandszunahme gerechnet werden, was zu noch grösseren Problemen in der Landwirtschaft führen wird.

Die Klimaerwärmung und die daraus resultierende Häufung der Mastjahre von früchtetragenden Bäumen tragen massgeblich zur Populationsexplosion bei. Dieser genetische Biorhythmus einer Pflanze kann vom Wetter beeinflusst werden. Während einem Mastjahr tragen Bäume wie Kastanien, Buchen oder Eichen sehr viele Früchte. Ein Grossteil der Frischlinge überlebt dank dem reichhaltigen Nahrungsangebot den Winter und die Populationsgrösse steigt jährlich um bis zu 200 Prozent.

 

 

 

 

6 Kommentare

  • Simon

    Das Ziel ist es ja ein möglichst gutes Zusammenleben zwischen Wildschweinen (resp. allgemein Wildtieren), Bauern, Förstern, Jägern, Jogger, Biker, Bevölkerung, usw. hinzubekommen. Um dies zu erreichen, muss man den Anderen auch einmal zuhören und versuchen sie zu verstehen. Wir leben nun mal alle auf der gleichen Erde.

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  • Stefan

    Sollte naturschutz.ch nicht eher Werbung für die Wildschweine machen? So viel ich weiss, bekommen die Landwirte die Schäden doch bezahlt? Zudem: die Landwirtschaft ist ja für einige Tiere auch ein lästiges Problem…

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    • Oda Forchert

      Lieber Stefan- Du bringst es auf den Punkt! Das einzige „wilde Schwein“, ist der Mensch. Für mich ist dies neu geschaffene Forum sehr fragwürdig.

    • Mélanie Guillebeau

      Nichtsdestotrotz dürfte ein konfliktfreies und gutes Zusammenleben von Landwirten und Wildschweinen im Sinne aller sein. Und genau dies ist schliesslich die Absicht der Arbeit von Desirée Müller.

    • Sabine

      Wie Simon und Mélanie schon schreiben, haben wir gar keine andere Wahl als gemeinsam Lösungen zu suchen. Es geht in der Arbeit von Desirée Müller ja nicht darum, dass Wildschweine ausgerottet werden sollen, sondern um Wissensaustausch und Lösungsfindung. Und Information der breiteren Bevölkerung.
      Immerhin baut die Landwirtschaft unsere Nahrung an. Wir können Getreide etc. natürlich im Ausland kaufen. Wäre sowieso billiger. Allerdings ist der Umgang mit Wildschweinen und generell der Umwelt in anderen Ländern nicht unbedingt zimperlich.

    • Marc

      Simon sagt es richtig. Es braucht Platz für alle. Viele Leute verstehen nicht das Tierschutz nicht Naturschutz ist, hingegen Naturschutz immer dem Tierschutz dient. Getreide etc. aus dem Ausland zu kaufen ist zwar billiger auf keinen Fall aber nachhaltig und auch schlecht für die Umwelt bzw. weitergedacht für den Naturschutz. Zum Beispiel werden im Kanton Zürich im Sommer Wildschweine praktisch nur im Landwirtschaftsland geschossen und nicht im Wald. Dies damit Sie Ihre Funktion im Wald erfüllen und nicht landwirtschafliche Kulturen zerstören. Die Schweiz besteht bis auf wenige Ausnahmen aus Kulturland und muss der Mensch wohl oder übel auch entsprechend Wildbestände managen. Das macht den Menschen nicht zum wilden Schwein sondern dem was er von Natur aus sein soll. Ein Jäger und Sammler. Da wir den Menschen nun einmal in grosser Zahl in der Welt vorkommt muss ein Weg gefunden werden, wie alle Interessen unter einen Hut gebracht werden. Ich denke wir sind auf einem guten Weg, was auch die Diplomarbeit beweisst.


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