© Martyn Fletcher [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
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Verstösse im Schwerverkehr gefährden den Alpenschutz

  • Mélanie Guillebeau
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Im Schienenverkehr herrschen klare Sicherheitsbestimmungen. Selbiges gilt auch für den Schwerverkehr. Dennoch werden dort jährlich  Tausende Verstösse gezählt – auf Kosten unserer Sicherheit und den Alpenschutz. Um auf diese widrigen Umstände aufmerksam zu machen, hat der Verein Alpen-Initiative einen Aufruf an Doris Leuthard gestartet.

17’173 Mängel und Verstösse bei 34’066 inspizierten Lastwagen – eine erschreckende Bilanz. Nach Berichten des Vereins Alpen-Initiative handelt es sich dabei unter anderem um Verstösse gegen Sicherheitsbestimmungen am Fahrzeug wie defekte Bremsscheiben sowie gegen die Ruhezeitverordnung bei Chauffeuren und AdBlue-Manipulationen. Mithilfe von sogenannten AdBlue-Emulatoren umgehen Lastwagenfirmen die Vorschrift, gemäss welcher dem Diesel AdBlue beizugeben ist. Diese Harnstofflösung entfernt grössere Mengen an schädlichen Stickoxiden aus den Abgasen. Ohne AdBlue-Zugabe stossen die Lastwagen bis zu sechs Mal mehr Stickoxide aus (naturschutz.ch berichtete).

Schienenverkehr nicht mehr wettbewerbsfähig

Die zahlreichen vorgefundenen Mängel zeigen auf, dass Kontrollen bei Lastwagen intensiviert werden müssen. Denn einerseits sparen betrügerische Lastwagenfirmen Geld auf Kosten unserer Luftqualität und Sicherheit. Andererseits benachteiligen sie vorschriftsgemäss operierende Transportunternehmen und den Gütertransport auf den Schienen. Denn aufgrund der kostensparenden Verstösse herrschen momentan ungleiche Wettbewerbsbedingungen.

Mehr Kontrollen gefordert

Alle Unternehmen und Transportsektoren sollen den gleichen Sicherheitsbedingungen unterliegen, weshalb die Mitglieder der Alpen-Initiative einen Aufruf an Verkehrsministerin Doris Leuthard richten: Sie fordern, dass Lastwagen vermehrt kontrolliert und die Resultate der Kontrollen jährlich veröffentlicht werden. Zudem soll den AdBlue-Manipulationen ein Riegel vorgeschoben werden. Nach Ansicht der Initianten „profitiert die Bahn“ und in der Folge unsere Alpen von solchen Massnahmen.

Wenn auch Sie dieses Anliegen unterstützen möchten, können Sie den Aufruf der Alpen-Initiative auf der Website „Verlagern mit Sicherheit“ unterschreiben.

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