Reiniger Putzmittel

Umwelttipp 4: Reinlichkeit mit Mass

  • Nora Kieselbach
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„Als Einzelner kann man doch sowieso nichts ändern“. Diesen Spruch konnten die Mitarbeiter der Stiftung SAVE Wildlife Conservation Fund irgendwann nicht mehr hören. Sie setzten sich wochenlang zusammen und recherchierten: Nach kleinen, einfach umsetzbaren Tipps, die die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen. Seit dem 15. Juli veröffentlicht die Stiftung Woche für Woche den Umwelt-Tipp der Woche: Es geht um umweltfreundliche Ernährung, Reinigungsmittel und Kosmetika, Reisen, Papier, ethische Geldanlagen und Gärtnern für die Umwelt.

Umwelt-Tipp Nr. 4 klärt über die Problematik vieler Wasch- und Reinigungsmittel auf: denn trotz Ökosiegel auf Spül-, Putz- und Waschmitteln gibt es keine vollkommen umweltfreundlichen industriell hergestellten Reinigungsmittel. Sie enthalten alle Tenside, die als „wassergefährdend“ eingestuft werden, weil sie z.B. Mikroorganismen im Wasser schädigen. Deshalb sollte man die Haushalts-Reiniger so gering dosiert wie möglich verwenden, auch dann, wenn sie ein Umweltsiegel tragen. Umweltverträglicher sind klassische Hausmittel wie Essig, Zitronensäure oder Backpulver.

Beim Waschen sind Kompakt-Colour-Waschmittel Vollwaschmitteln vorzuziehen, da sie ohne Bleichmittel auskommen. Waschmittel auf Pulverbasis enthalten weniger umweltschädliche Tenside als flüssige Waschmittel. Wirklich umweltfreundlich, da vollständig biologisch abbaubar, sind Waschnüsse. Ihre natürlichen Öle machen die Wäsche weich und dadurch Weichspüler überflüssig. Generell ist es am umweltverträglichsten, auf Weichspüler ganz zu verzichten, denn er ist nicht abbaubar. Ein umweltverträglicher Ersatz ist Essig oder Tonerde. Unschlagbar und völlig kostenlos für weiche Wäsche ist übrigens Regenwasser!

Auch wenn die Werbung es suggeriert: Desinfektionsmittel haben im Privathaushalt nichts zu suchen! Sie sind nicht nur überflüssig, sondern auch sehr belastend für die Umwelt, sie reizen die Haut, und zudem kann übertriebene Reinlichkeit das Immunsystem schwächen und Allergien begünstigen.

Das Gleiche gilt für Körperhygiene: Die allermeisten Wasch- und Duschgels bergen ein Chemikalienarsenal, das weder dem Körper noch der Natur gut tut. Kosmetika sind mit überdurchschnittlich vielen Problemstoffen belastet. Naturkosmetik scheint die Lösung für die Gesundheit zu sein. Doch nicht alle Produkte mit dem Etikett „natürlich“ entsprechen den Richtlinien der Bio-Kosmetik. Sie bestehen zum grossen Teil aus Palmöl und sind damit wiederum umweltschädlich. Viele Tests ergaben, dass gerade teure Kosmetika mit überdurchschnittlich vielen Problemstoffen belastet sind.

Daher: Achtet beim Kauf von Sprays und Roller auf den „Blauen Engel“, um Treibgas und Einwegmüll zu meiden – und wählt vegane, Palmöl- und tierversuchsfreie Produkte. Sie sind vor allem in Bioläden, im Reformhaus, neuerdings aber auch in Drogeriemärkten erhältlich. Und für die tägliche Hygiene reichen kleine Mengen an Duschgels und Shampoos völlig aus.

Weitere Informationen

Gesammelte Umwelttipps (pdf) – mehr zum Thema Hygiene auf Seite 12

SAVE Wildlife Conservation Fund

Bild: © SAVE Wildlife Conservation Fund

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