Steak Fleisch

Umwelttipp 10: Fleischeslust und Fleischesfrust

  • Nora Kieselbach
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„Als Einzelner kann man doch sowieso nichts ändern“. Diesen Spruch konnten die Mitarbeiter der Stiftung SAVE Wildlife Conservation Fund irgendwann nicht mehr hören. Sie setzten sich wochenlang zusammen und recherchierten: Nach kleinen, einfach umsetzbaren Tipps, die die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen. Seit dem 15. Juli veröffentlicht die Stiftung Woche für Woche den Umwelt-Tipp der Woche: Es geht um umweltfreundliche Ernährung, Reinigungsmittel und Kosmetika, Reisen, Papier, ethische Geldanlagen und Gärtnern für die Umwelt.

Umwelttipp Nr. 10 befasst sich mit dem Thema des hohen und stetig steigenden Fleischkonsums der Industrienationen, welcher unzählige negative Auswirkungen auf das Klima, die Böden, die Regenwälder, aber auch auf den Hunger dieser Erde hat. Die gute Nachricht: Bereits EIN fleischloser Tag pro Woche hat eine starke positive Wirkung!

So macht die Idee des „Veggiday“ immer mehr Schule. Würden beispielsweise allein die Bewohner von Zürich und Winterthur nur einen Tag die Woche auf Fleisch verzichten, würde das die CO²-Belastung von rund 40’000 Autos einsparen, die ein Jahr lang durch die Gegend fahren. Wie kann das sein?

Einige Fakten: Fleisch ist Ursache Nr. 1 für den Klimawandel. Laut UN-Weltklimarat IPCC ist die Landwirtschaft global mit 13,5 Prozent für die CO²-Emissionen verantwortlich; das ist sogar mehr als der weltweite Autoverkehr mit 13,1 Prozent. Alleine die Rinderhaltung – Waldrodung für Weiden und Futtermittel inbegriffen – trägt fast soviel zum Treibhauseffekt bei wie der gesamte Autoverkehr. Die globale Viehzucht ist weltweit für 9 Prozent der Kohlendioxid-, 37 Prozent der Methan- und 95 Prozent der Lachgasemission verantwortlich.

Ebenfalls problematisch ist der hohe Flächenverbrauch für Futtermittel und Weidehaltung: um eine Kilokalorie Fleisch zu produzieren, müssen 10 bis 15 Kilokalorien Futterpflanzen wie Mais, Getreide oder Soja verfüttert werden. Stünde dieses Getreide, Mais oder Soja den Menschen direkt als pflanzliche Nahrung zur Verfügung, statt im Futtertrog zu landen, könnten 10 bis 15 Mal mehr Menschen satt werden! Ausserdem bräuchten wir bei einem geringeren Fleischkonsum weniger Anbauflächen und würden weniger Regenwald zerstören.

Hinzu kommt, dass rund 99 Prozent des konsumierten Fleischs aus Massentierhaltung stammt. Neben nach wie vor legalen quälerischen Praktiken bei den Tieren  wie die Amputation der Hörner bei Kühen, kommen auch Gefahren für den Menschen hinzu: Krankheiten und Epidemien breiten sich in der Massentierhaltung schneller aus, es bilden sich Antibiotikaresistenzen, die auch für den Menschen extrem schädlich sind, oft sogar tödlich. Zudem sind viele der sogenannten Wohlstands-Erkrankungen auf den Fleischkonsum zurück zu führen.

Weitere Informationen

Gesammelte Umwelttipps (pdf) – mehr zum Thema Fleischkonsum auf Seite 3ff

SAVE Wildlife Conservation Fund

Bild: Alpha [CC-BY-SA-2.0] via Wikimedia Commons

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