Ein Kuckuck. © Michael Gerber
Ein Kuckuck. © Michael Gerber

„Spring Alive“ – Melden Sie das Eintreffen der Zugvögel

  • Mélanie Guillebeau
  • -

Die Zugvögel sind bereits auf dem Weg zurück in die Schweiz. Mit dem Projekt „Spring Alive“ fordert BirdLife Schweiz die Bevölkerung auf nach den geflügelten Frühlingsboten Ausschau zu halten und die Beobachtungen zu melden. Machen auch Sie mit an der europaweiten Erfassung des Vogelzugs und lernen Sie zugleich viel Spannendes über dieses jährliche Phänomen.

Die internationale Beobachtungsaktion „Spring Alive“, initiiert von BirdLife International, geht dieses Jahr in die zwölfte Saison und wird in rund 50 europäischen und afrikanischen Ländern durchgeführt. Jedes Jahr nehmen tausende Kinder und Erwachsene teil und melden hundertausende von Beobachtungen. Dreh- und Angelpunkt des Projektes ist eine Online-Karte , auf der die Ankunft der Zugvögel dargestellt wird. Dabei werden alle (Hobby-) Ornithologen und Interessierte aufgefordert, die ersten Beobachtungen von fünf Vogelarten zu melden: Weissstorch, Rauchschwalbe, Kuckuck, Mauersegler und Bienenfresser. Als Erste kommen die Störche an: Mehrere wurden bereits auf ihren Nestern in der Schweiz gesichtet – wobei es sich teilweise gar um Vögel handelt, die bei uns überwintert haben. Es folgen gegen Mitte März die Rauchschwalben und im April Kuckuck sowie Mauersegler. Der seltene Bienenfresser wird oft erst ab Mitte Mai in der Schweiz gesichtet. Im Herbst fliegen die Vögel wieder in die entgegengesetzte Richtung; ihre Ankunft wird dann im Rahmen von „Spring Alive“ in den afrikanischen Ländern beobachtet.

Der Storch ist der erste Vogel, den wir © Michael Gerber
Der Storch ist der erste Sommergast, den wir bei uns begrüssen dürfen. | © Michael Gerber

Faszination Vogelzug

Die Vögel erbringen auf dem jährlichen Zug wirklich besondere Leistungen. Der Mauersegler zum Beispiel fliegt jeden Herbst von seinen europäischen Brutplätzen nach Afrika und im nächsten Frühling wieder zurück. Da Mauersegler bis zu 21 Jahre alt werden können, legen sie in ihrem Leben beachtliche Distanzen von mehreren Millionen Kilometern zurück: Ein 21-jähiger Mauersegler flog insgesamt fünfmal zum Mond und wieder zurück!

Gefährdete Zugvögel

Auf ihren langen Zugwegen zwischen Afrika und Europa sind die Vögel allerdings auch vielen Gefahren ausgesetzt. Über 40% der Vogelarten, die von Europa nach Afrika ziehen, sind in den letzten drei Jahrzehnten in ihren Beständen zurückgegangen. Hauptursache des Rückgangs ist die Zerstörung ihrer Lebensräume im Brutgebiet, an den Rastplätzen und im Überwinterungsgebiet. “Deshalb spielt bei Spring Alive neben dem Gewinn an Daten zum Vogelzug auch die Sensibilisierung für die Probleme der Zugvögel eine wichtige Rolle”, sagt Dr. Eva Inderwildi.

Teilnahme am Projekt

Jede und jeder ist herzlich eingeladen, an der Aktion „Spring Alive“ teilzunehmen. Die Teilnahme ist einfach: auf der Seite BirdLife „Spring Alive“ stehen die nötigen Informationen bereit. Beobachterinnen und Beobachter können online eintragen, wann und wo sie ihren ersten Weissstorch, die erste Rauchschwalbe, den ersten Kuckuck und Mauersegler oder Bienenfresser gesehen haben. Die gesuchten Vogelarten können mit Hilfe der auf der Internetseite bereitgestellten Dokumentation leicht bestimmt werden.

Das Projekt Spring Alive

„Spring Alive“ ist ein europäisch-afrikanisches Projekt, das von BirdLife International, dem internationalen Dachverband von BirdLife Schweiz, ins Leben gerufen wurde. Das Projekt hat seinen Ursprung in Deutschland. 1987 startete das erste solche Beobachtungsprojekt. 2006 übernahm es BirdLife International für Europa. 2010 wurde auch Afrika mit der Beobachtung der Rückkehr der Zugvögel im Herbst ins Projekt einbezogen.

Das Projekt dient der Bekanntmachung des Vogelzuges und der Sensibilisierung für die Probleme der Zugvögel. Das Sammeln der Daten über einen langen Zeitraum soll auch Aussagen über den Vogelzug erlauben und z.B. die Frage klären, ob sich die Ankunftsdaten der Vögel in Zusammenhang mit der Klimaerwärmung verschieben.

 

Beitrag kommentieren


Naturschutz.ch-Newsletter abonnieren!