Das Braune Langohr (Plecotus auritus), gezeichnet von Ernst Häckel 1904.
Das Braune Langohr (Plecotus auritus), gezeichnet von Ernst Häckel 1904.

Sonderausstellung Chiroptera                        

  • Cécile Villiger
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Türe auf zum Estrich und hereinspaziert in die geheimnisvolle Welt der Fledermäuse: ein Angebot des Naturhistorischen Museums Freiburg im Rahmen der neuen Sonderausstellung Chiroptera.

Sperrige Holzkisten, ein antiquierter Super 8 Filmprojektor, Familienfotos mit Patina: Im stimmungsvollen Dekor eines nachgebauten Estrichs werden im Dachgeschoss des Museums noch bis 29. Januar dem Publikum Fledermäuse aus aller Welt vorgestellt.

Fledermäuse gibt es in Hülle und Fülle. Bekannt sind nicht weniger als 1200 Arten, will heissen, ein Viertel aller Säugetiere unseres Planeten sind Fledermäuse. Es sind ungewöhnliche Tiere, was unter anderem dazu führte, dass sie früher den Nagetieren und zeitweise sogar den Vögeln zugeteilt wurden. Mit ihrem teils skurilen Aussehen sprechen sie nicht zuletzt die Liebhaber des Ausgefallenen an: hufeisenförmige Nasen, trichterförmige Ohren, ein T-förmiger Schwanz und das sind noch lange nicht alle Merkwürdigkeiten!

Obwohl viele von uns Fledermäuse noch immer als abstossend betrachten und geringschätzten, ist eines unbestreitbar: Es sind Tiere, die über schier unglaubliche Fähigkeiten verfügen. Dank ihrer Echoortung, die sie wie das Fliegen auch perfektioniert haben, können sich Fledermäuse im absolut Dunkeln orientieren und dank akrobatischer Flugmanöver effizient Insekten jagen. Wenn auch der Luftraum auch ihr Element ist, so können gewisse Arten kriechen oder sogar schwimmen. Ausruhen tun sie sich kopfunter hängend, wobei spezielle Gefässklappen verhindern, dass sich dabei das Blut im Schädel staut.

Vorurteile gegenüber Fledermäusen sind nach wie vor verbreitet. So wird etwa unsinnigerweise immer wieder kolpertiert, dass sie sich im Haar junger Mädchen festkrallen, dass sie sich rasend schnell vermehren oder dass sie sich zum Blutsaugen auf Menschen stürzen. In der Ausstellung erfährt das Publikum in grossen thematischen Boxen, dass viele Fledermäuse Insekten oder Früchte fressen, dass sie jeweils nur ein einziges Junges gebären und dass Fledermauspopulationen oft sehr verwundbar sind.

Die Ausstellung wird von einem Büchlein für Kinder, einem Kartenspiel für die ganze Familie und diversen Aktivitäten begleitet.

Weitere Informationen erhalten Sie hier »

2 Kommentare

  • Hofmann Brigitte

    1. Konnten die Fledermäuse ausfliegen?
    2. Hat es noch weitere in der Gegend?
    3. Handel mit Wildtieren ist verboten, auch in Spanien. Wildtiere sollen sich grundsätzlich selber annsiedeln, wenn geeignete Strukturen vorhanden sind.
    4. Mit geeigneten Fledermauskästen (kaufen oder selber machen; Anleitungen im Internet) tut man den Tieren einen Gefallen.
    5. Der CH- Fledermausschutz gibt ausführliche Auskunft.
    Viel Glück!

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  • Otto Künzli

    Ich wohne in Spanien und hatte letztes Jahr zwei Fledermäuse im Haus.
    Leider sind sie gestorben.Warum weiss ich nicht .Wie komme ich zu weiteren dieser Tiere ? Ich habe viel Platz in meinem grossen Garten samt passenden Häuschen. Könnte ich irgend wo einiegdieser niedlichen Tiere kaufen oder irgendwie ansiedeln? Was könnte ich sonst tun?

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