Bild: liz west (Wikimedia Commons)
Bild: liz west (Wikimedia Commons)

Raus aus meinem Garten!

  • Nora Kieselbach
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Heute beginnen die erstmals durchgeführten Aktionstage „Arten ohne Grenzen“ (naturschutz.ch hat darüber berichtet): Ziel  ist es, die Öffentlichkeit für das Thema „Invasive Neobiota“ zu sensibilisieren, die Arten bekannt zu machen und über den korrekten Umgang mit invasiven Organismen zu informieren.  Diese Jahr liegt der Schwerpunkt bei den Neophyten, d.h. den invasiven Pflanzenarten, die mitunter in unserem eigenen Garten wachsen!

Die schier unglaubliche Vielfalt an Formen und Farben erfreuen das Herz von Natur- und Gartenliebhabern. Die Rede ist von den unzähligen exotischen Pflanzen, die es bei Reisen in ferne Länder oder beim Besuch eines Garten-Centers zu entdecken gibt. Nebst der Schönheit der Pflanzen verlocken auch deren Gerüche und Geschmäcke dazu, sie in unsere Gärten zu holen. So wird es sicherlich auch den Seefahrern und Naturforschern vor hunderten von Jahren gegangen sein, als sie von Europa aus ferne Länder entdeckten. Ihnen verdanken wir eine nicht mehr wegzudenkende Vielfalt an geniessbaren Gewächsen wie zum Beispiel die Kartoffeln oder die Tomaten, aber auch eine beachtliche Anzahl an faszinierenden Zierpflanzen. Viele dieser fremden Pflanzen gelangten also bewusst, andere aber auch unbeabsichtigt, als „blinde Passagiere“, in die Schweiz.

Die meisten dieser fremdländischen Pflanzen überleben nur dank intensiver Pflege durch den Menschen. Eine Minderheit davon kommt mit unserem Klima und den hiesigen Bedingungen jedoch so gut zurecht, dass sie sich stark und unkontrolliert vermehren: die invasiven Neophyten. Invasive Neophyten können nicht nur im Garten zum hartnäckigen Problem werden, sie finden oft auch den Weg in die freie Natur, wo unsere einheimischen Lebensgemeinschaften nicht auf sie vorbereitet sind.

In den Gärten weit verbreitet sind beispielsweise die auf der „Schwarzen Liste der invasiven Neophyten“ aufgeführten Pflanzenarten Sommerflieder, Essigbaum und die aus Nordamerika stammenden Goldrutenarten, die teilweise bereits nicht mehr verkauft werden dürfen. Auch sie halten sich nicht an Gartenzäune. Durch Wind, Wasser und Vögel, aber auch durch das illegale Ablagern von Gartenabfällen in der freien Natur haben sich diese Pflanzen insbesondere in extensiv genutztem Landwirtschaftsland, entlang von Gewässern und Verkehrswegen sowie im Wald ausgebreitet. Dort sind sie eine Bedrohung für die ursprüngliche Pflanzen- und Tiervielfalt.

Darum hier einige wichtige Verhaltenstipps im Kampf gegen die invasiven Neophyten:

– keine invasiven Neophyten gemäss Schwarzer Liste mehr anpflanzen, weder im Garten noch auf dem Balkon,
– problematische Pflanzen auf dem eigenen Grundstück entfernen
– und das Pflanzengut SICHER und nicht auf dem eigenen Kompost entsorgen,
– Vorkommen der Allergien auslösenden Ambrosia melden (-> Meldeformular)
– aber auch alle anderen Vorkommen invasiver gebietsfremder Arten!

Schwarze Liste
Infoplakat Neophyten

Aktionstage „Arten ohne Grenzen“

 

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