Die Hasel blüht noch nie so früh wie dieses Jahr. | © GLOBE Schweiz
Die Hasel blüht noch nie so früh wie dieses Jahr. | © GLOBE Schweiz

PhaenoNet – Pflanzen beobachten und melden

  • Amanda Buol
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Die Vegetation blüht immer früher im Jahr. Um den Trend im Auge behalten zu können, braucht es schweizweit Freiwillige, die die Vegetation beobachten und phänologische Ereignisse melden.

Gewisse Pflanzenarten spüren den Frühling immer früher. So auch die Hasel, welche im Durchschnitt 13 Tage eher blüht als noch 1951. Dank Langzeitbeobachtungen können solche Trends erkannt werden. Dadurch werden die Auswirkung des Klimawandels auf die Vegetation frühzeitig beobachtet und besser verstanden.

Seit 1951 erhebt das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz Beobachtungen zu phänologischen Phasen, wie beipielsweise Blüte und Blattentfaltung. Um langjährige Datenreihen für Trendanalysen in einem dichten Beobachtungsnetz gewährleisten zu können, wurde die Webplattform PhaenoNet gegründet, welches vom Bildungsprogramm GLOBE Schweiz zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt, dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz sowie der ETH Zürich entwickelt wurde.

Mit der Webplattform wird ermöglicht Beobachtungen zu erfassen, darzustellen und zu vergleichen. Mitmachen können Lehrpersonen und Klassen, die mit Unterrichtsmaterialien zum Thema Jahreszeiten und Phänologie unterstützt werden. Aber auch interessierte Leute können ganz einfach mitmachen. Zuerst auf PhaenoNet registrieren, Pflanze und Standort eingeben, phänologischen Phasen gemäss Anleitung beobachten und im Internet oder WebApp erfassen.

Seit März 2016 können im Botanischen Garten der Universität Bern Beobachtungen einer Hasel direkt per Smartphone an PhaenoNet gemeldet werden.

Die Langzeitbeobachtungen zeigen, dass es in den letzten Jahren zu einer Verfrühung der Vegetationsentwicklung gekommen ist. Viele Pflanzen reagieren auf die steigenden Temperaturen. Allerdings hängt das von der Art ab. Die Buche besitzt ein Schutzmechanismus, der sie von einer zu frühen Blattentfaltung bewahrt. Sie orientiert sich an der Tageslänge. Bei der Buche wurde seit 1951 kaum eine Veränderung des Zeitpunkts der Blattentfaltung beobachtet.

Anfang Dezember 2015 wurden an mehrere Orten der Schweiz blühende Hasel beobachtet. Es ist der bisher früheste beobachtete Start der Haselblüte seit Messbeginn und wird auf das sehr milde Klima im 2015 zurückgeführt. Zeigen diese Beobachtungen nur die kurzfristige Reaktion der Vegetation auf extreme Wetterphänomene? Oder sind es Auswirkungen des Klimawandels? Verlässliche Antworten auf diese Fragen können nur langjährige phänologische Beobachtungen geben.

Daher dient PhaenoNet als Frühwarnsystem, mit dem sich die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation frühzeitig erkennen lassen. Ausserdem verbessern die gesammelten Daten das Verständnis für die komplexen Reaktionen der Pflanzen auf steigende Temperaturen.

Haben sie auch eine Birke im Garten oder kommen Sie täglich auf ihrem Spaziergang an einem Bergahorn vorbei, den Sie beobachten könnten? Dann melden Sie sich an! Hier können Sie Sich für Beobachtungen registrieren »

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