Bioprodukte sind immer in Plastik abgepackt. © Lisa Risager [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com
Bioprodukte sind immer in Plastik abgepackt. © Lisa Risager [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com

Petition: Striptease fürs Biogemüse

  • Julia Hatzl
  • 6

Beim Einkaufen steht man oft vor der Wahl: Offenes, normales Gemüse oder in Plastik verpacktes Biogemüse. Fordern Sie eine alternative Lösung und unterschreiben Sie die Petition von OceanCare gegen Plastikverpackungen bei Bioprodukten.

Schweizer Grossverteiler bieten Bioprodukte wie Gemüse und Früchte oftmals in Plastik verpackt an. Dies stösst beim Konsumenten auf Unverständnis, da er eine bewusst nachhaltige Entscheidung treffen möchte, wenn er Bioprodukte einkauft und nicht zusätzlichen Abfall produzieren will. Es ist ein Widerspruch in sich. OceanCare lanciert derzeit eine Kampagne, in der sie die Verantwortlichen dazu auffordern wollen, alternative Lösungen zu finden. Helfen Sie mit und unterstützen Sie die Kampagne mit Ihrer Unterschrift.

Gemäss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) generiert die Schweiz im europäischen Vergleich überdurchschnittlich viel Abfall. Sie liegt nur knapp hinter den USA in den produzierten Abfallmengen, ist jedoch um ein vielfaches kleiner. Einwegplastik wie Verpackungsmaterial dürfte einen nicht unerheblichen Teil davon ausmachen. Überlegt man sich, wie viel Verpackungsmaterial, insbesondere Plastik, für die Zubereitung eines Abendessens anfällt, ist es erschreckend. Zudem erfüllt es keinen notwendigen Zweck, da die meisten Produkte, wie beispielweise Gurken, von Natur aus schon “verpackt” sind und ausserdem vor dem Verzehr üblicherweise gewaschen werden. Plastik wird aus einer endlichen Ressource, Rohöl, hergestellt. Zudem ist es ein robustes Material, das Jahrhunderte überdauert. Es ist ökologisch nicht sinnvoll, es als Einwegmaterial zu verwenden. Es verschmutzt unsere Umwelt und ist für den Tod etlicher Tiere verantwortlich.

Die Grossverteiler argumentieren, dass Bio-Produkte klar erkennbar von konventionell hergestellten Produkten getrennt und unterschieden werden müssen. OceanCare ist der Auffassung, dass eine solche Kennzeichnung auch ohne den Einsatz von Einwegplastik möglich ist und verlangen von den Verantwortlichen, sich um Alternativen zu bemühen. Konsumenten brauchen eine Alternative, bei sie nicht vor die Wahl zwischen Pestiziden und Plastikmüll gestellt werden.

Die Kampagne finden Sie auf der Website von OceanCare

– Unterschreiben auch Sie!

6 Kommentare

  • Marina tockhorn

    Biogemüse gehört nicht in Plastik. Das widerspricht sich. Um es erkenntlich zu machen, reicht doch auch ein kleiner Aufkleber wie zb beim Apfel. Also weg mit dem Schädling Plastik.

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  • Franziska

    was für ein absurder Widerspruch! wenn ich Bio-Produkte kaufe, vor allem aus ökoöog. Gründen. da käme eine überflüssige Plastikhülle nicht in Frage

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  • Christine Dobler Gross

    Gibt es alles, z.B. dies:
    http://www.weinhold-textil.de/verpackungsnetze
    Ist nur eine Frage des guten Willens.Preis: wenns etwas teurer ist, ists auch auch egal, denn die Folgen des Plastikabfalls überall werden uns noch teuer zu stehen kommen…..
    Wenns weiterhin stapelbar sein muss, kann man ja den Karton weiterhin verwenden und anstatt Plastik ein solches Netzli darüber ziehen lassen, geht ja alles maschinell.

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  • Martin Wey

    Die verpackten Bio-Gemüse haben mich auch schon geärgert.
    Andererseits ist man sicher, dass es sich auch wirklich um Bio-Gemüse handelt!

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    • Christine

      Dies ist auch dasArgument, warum das Biogemüse in Plastik verpackt ist: damit es klar unterschieden wird vom konventionellen Gemüse. Es gibt doch bestimmt ein unbedenkliches, abbaubares Verpackungsmaterial, das NICHT Plastik ist und denselben Zweck erfüllen würde?

    • Hene

      Dann könnte man ja auch konventionelles Gemüse in Plastik abpacken. Alle, die sich daran stören, kaufen halt bio (auch nicht schlecht, oder?), und alle, die Plastik in den Händen halten, können sicher sein, dass es nicht bio ist!
      Der Witz ist ja, dass die Detailhändler Teureres erkennbar machen wollen. Sie könnten’s ja anders machen: gleicher Preis für konventionelles und bio Gemüse, präsentiert in in grünen und blauen Gestellen. Der Kunde kauft ethischer und ökologischer ein (wetten, die Leute nehmen mehr bio?). Aber eben, „bio“ soll die Ökonomie beflügeln!


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