© Dirk Ingo Franke, [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
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Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

  • Cécile Villiger
  • 5

Damit der Konsument stets makelloses Obst und Gemüse geniessen kann, wird von tonnenweise synthetischen Pestiziden Gebrauch gemacht. In der Folge steht unsere Artenvielfalt und Gesundheit auf dem Spiel. Eine Volksinititative will das Spritzen von synthetischen Pflanzenschutzmitteln verbieten.

Ein komplexer Cocktail an verschiedenen Giften gegen Unkräuter, Insekten und Pilzen wird in der konventionellen Landwirtschaft verwendet, um eine sichere Ernte an makellosem Obst und Gemüse zu garantieren. Immer mehr dieser „Pflanzenschutz“-Mittel kommen auf den Markt, womit Chemiekonzerne wie Syngenta ein Milliardengeschäft machen.

Unsere Natur leidet

Gleichzeitig steht es um die Schweizer Natur schlecht – besonders im Vergleich zu unseren Nachbarländern (naturschutz.ch berichtete). Die Anzahl Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste ist stark gestiegen und weltweit hört man vom Bienensterben – die Natur scheint aus dem Gleichgewicht geraten zu sein.

Unser Körper leidet?

Auch gründliches Waschen vermag nicht sämtliche Pestizid-Rückstände von Früchten und Gemüsen zu entfernen – sie gelangen beim Verzehr in unseren Körper. Eine Greenpeace-Untersuchung hat gezeigt, dass viele der Chemikalien schliesslich im Urin nachweisbar sind. Im Biolandbau dürfen keine synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet werden. So wurden bei Probanden mit hohem Konsum an Bioprodukten deutlich weniger synthetische Pestizid-Rückstände nachgewiesen. Die schädliche Wirkung in unserem Körper ist bisher nicht vollständig geklärt, doch manche sind erwiesenermassen krebserregend oder schwächen das Immunsystem.

„Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“

Eine Gruppe von Privatpersonen lancierte die Volksinitiative „Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“, die ein Verbot des Imports und der Verwendung synthetischer Pestizide erzielen möchte. Dabei soll innerhalb von zehn Jahren die Umsetzung erfolgen. Auch Caspar Bijleveld, der Direktor des Papiliorama in Kerzers, hat seine Unterstützung für die Volksinitiative zugesprochen. Er begründet seinen Entscheid unter anderem wegen des massiven Rückgangs an Insekten – aufgrund des massiven Pestizideinsatzes – der sich auf weitere Tiere, wie Vögel, negativ auswirkt.

„80 Prozent der gesamten Biomasse an Insekten sind in den letzten 30 Jahren in der Schweiz und in Europa einfach verschwunden“, heisst es in der Medienmitteilung der Stiftung Papiliorama in Kerzers.

Möchten auch Sie eine Zukunft ohne synthetische Pestizide? Dann unterschreiben Sie die Initiative auf future3.ch.

5 Kommentare

  • Johann Peter

    Es dreht sich alles um Pestizide im besonderen Glyphosat, aber dass bedeutend mehr Fungizide speziell im Weinbau ausgebracht werden deren Giftikeit DDT, weit übertreffen, scheint nicht zu interessieren. Hinzukommt das kopflose asubringen des Chemiemix. Weder wird auf die Temperatur noch den Wind geachtet, da man davon ausgeht, dass systemische Mittel lediglich Kontakt mit Pflanzenteilen benötigen. Wieviele dieser Gifte in Nahrungsmitteln landen ist unbekannt. Nehmen wir das Bündner Rheintal mit ca 400 Ha Rebfläche so werden 400000 Liter Brühe ausgebracht dies 10-14 mal je nach Unsicherheit und Desinteresse des Anwenders, sind das 4 bis 5,6 Mio Liter Chemiecocktail. Bei vorwiegenden Föhnlagen kann man eine Abrift von 50-60% annehmen der in dicht besiedelten Gebieten ausgebracht wird. Ohne Herbizid und Insektizid Einsatz mitgerechnet zu haben! Wieviele Gemüsegärten dadurch belastet werden weiss niemand. Selbst in Biokulturen wird dann bis kurz vor der Ernte, sinnlos Insektizid ausgebracht, da die Essigfliege seit 2011, ein neuer Feind im Weinbau, aufgetraucht ist. Selbst die von Fachleuten als harmlos dargestellte Behandlung mit Surround (Tonerde) enthält 10% Aluminium als Füllstoff, das weder deklariert noch sonst erwähnt wird, ausser den Gefahren- und Gewässerschutzhinweisen! Da niemand weiss wie die Essigfliege bekämpft werden kann, bewilligt der Bund jedes Jahr neue Mittel die weder einer genauen Prüfung unterzogen, noch auf ihre Wirkung hin getestet wurden. Die selben Mittel werden auch im Bio-Gemüseanbau eingesetzt, BioSuisse erklärte auf Anfrage weshalb das noch als Bio verkauft werden darf; man müsse den Bauern Möglichkeiten schaffen, Schädlinge zu bekämpfen! Dafür erhält der Bauer dann auch noch Biobeiträge vom Bund, man kann also sagen BioSuisse und all die anderen schönen Label dienen einzig als Marken von Coop und Migros, denn wer bei der Knospe mitmachen darf , kann auch Lidl oder Aldi liefern, darf mit seinen Produkten aber keine Werbung bei diesen beiden Detaillisten machen. Demeter nimmt die Aussagen und Vorträge von Rudolf Steiner von vor 100 Jahren als Grundlage ihrer Anbaumethode ohne diese in der Zeit weiter entwickel zu haben, dies sicher nicht im Sinn von Rudolf Steiner der vom wirkenden Geist spricht um die Gesellschaft weiterzubringen. Nicht Stillstand war seine These in fast allen Vorträgen, die Entwicklung ist die Essenz. Also ist Demeter auch nur noch eine abgedroschene Marke wie all die anderen Biolabel, um die Konsumenten in Sicherheit zu wiegen und sie an ihre Marken zu binden. Alle wollen nur eins, möglichst viel Geld verdienen ohne ihr Handeln zu hinterfragen, in allen Bereichen des Wirtschaftens. Eine untragbare Sitution die vom Unwissen oder nicht Wahrnehmen wollen getragen wird, bis die Spezie Mensch sich selbst vernichtet hat und die Natur sich wieder regeneriert, wäre ja nicht das erste mal…..

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  • Michel de Rougemont

    Diese Initiative ist eine Verneinung aller Kenntnisse der Toxikologie.
    Paracelsus sagte bereits: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“
    Das wollen die Initianten nicht wahrhaben. Sie „wissen“, dass synthetische Pestizide giftig sind, ungeachtet der Exposition und der Dosis.
    Bio-Pestizide haben auch ihre Toxikologie, ihre Herkunft entgiftet sie nicht.
    Gemäss Initiativtext sollte auch Bio-Landbau betroffen werden, da es nicht vermieden werden kann, dass die dafür verwendeten Pestiziden synthetisch (durch chemische Reaktion, Fermentation oder weitere chemisch-physikalische Vorgänge) hergestellt werden.
    Wie sollten denn unsere Nahrungsmitel produziert werden?

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  • Heinrich Staub

    Schon vor 20 Jahren haben Wissenschafter, auch Nobelpreisträger
    auf die Folgen hingewiesen. (Geld regiert die Welt.) Siehe Walter
    Hollenweger. Leider. Nicht verzagen, weiter kämpfen. Heinrich G.

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  • Esra Telesel

    Ich bin absolut dafür, keine synsthetischen Pestizide per sofort mehr einzusetzen. Als Respekt und Nachhaltigkeit für unsere Gesellschaft, Kinder, Natur, Tiere, Erde und unser all Zukunft!! Es ist Zeit erwach-sen zu werden – beselter und weniger egoistischer.

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  • Marlyse Müller

    KEINE SYNTHETISCHEN PESTIZIDE………….. unseren Bienen und deMm Kreislauf der Natur zuliebe!!

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