Die Igel im Siedlungsraum werden immer seltener. © Fabio Bontadina
Die Igel im Siedlungsraum werden immer seltener. © Fabio Bontadina

«Igel gesucht» – ein nationales Forschungsprojekt mit Bürgerbeteiligung

  • Selina Fehr
  • 2

Igel sind typische Kulturfolger und von Gartenbesitzern gern gesehen. Es ist jedoch zu befürchten, dass es heute weit weniger von den stacheligen Tieren in der Schweiz gibt als noch vor zwanzig Jahren. Das aktuelle Forschungsprojekt «Igel gesucht» setzt auf die Mithilfe der Bevölkerung. Melden Sie deshalb Igel-Beobachtungen oder helfen Sie sogar mit, Spurentunnel aufzustellen und diese Entwicklung genauer zu studieren.

Noch in den 1990er-Jahren konnten Igel in durchgrünten Wohnquartieren von Städten und Agglomerationen der Schweiz häufig nachgewiesen werden. Aber die Resultate neuerer Untersuchungen zeigen, dass heute weit weniger Igel in Siedlungsgebieten leben als vor zwanzig Jahren. So weist ein Projekt in der Stadt Zürich einen Arealverlust bei den Igeln von mehr als einem Drittel in den letzten 25 Jahren aus. Studien aus Grossbritannien zeigen gar einen Rückgang der Igelpopulationen von einem Drittel in Siedlungsgebieten und von der Hälfte in landwirtschaftlichen Gebieten in den letzten zehn Jahren.

Den Igeln auf der Spur

Papierstreifen aus einem Spurentunnel mit den arttypischen Spuren eines Igels. © stadtwildtiere.ch
Papierstreifen aus einem Spurentunnel mit den arttypischen Spuren eines Igels. © stadtwildtiere.ch

Im Projekt «Igel gesucht» wird das Vorkommen von Igeln in der Schweiz mit der wildtierbiologischen Methode der Spurentunnel systematisch untersucht. Diese werden mit Farb- und Papierstreifen ausgerüstet und in Privatgärten und Grünflächen auch in ländlichen Gebieten platziert. Geht ein Igel durch einen solchen Spurentunnel, hinterlässt er seine Fussabdrücke. So wird sichtbar, wo Igel unterwegs sind.

Die Spurentunnel im Projekt «Igel gesucht» sind rund 1m lang und haben einen Durchmesser von 30 cm. Sie sind aus plastifiziertem Karton. © Igelzentrum Zürich
Die Spurentunnel im Projekt «Igel gesucht» sind rund 1m lang und haben einen Durchmesser von 30 cm. Sie sind aus plastifiziertem Karton. © Igelzentrum Zürich

Betreut werden die Spurentunnel von Freiwilligen. Ergänzend wird die Bevölkerung aufgerufen, Igelbeobachtungen auf der Plattform säugetieratlas.wildenachbarn.ch zu melden. Für ein repräsentatives Bild zählt jede Beobachtung. Die Meldungen fliessen in den neuen Säugetieratlas der Schweiz und Liechtensteins ein, welcher zurzeit von der Schweizerischen Gesellschaft für Wildtierbiologie SGW erarbeitet wird.

Freiwillige für die Betreuung der Spurentunnel gesucht

Im Projekt werden Freiwillige gesucht, die zwischen Mai und August 2018 während einer Woche 10 Igelspurentunnel betreuen. Weitere Informationen zum Projekt finden Interessierte auf der Meldeplattform  säugetieratlas.wildenachbarn.ch.

Weitere «Igel gesucht» Projekte werden in den Städten Bern, Chur und Luzern durchgeführt.

Hoffen wir, dass die stacheligen Schneckenvertilger bald wieder in grösseren Zahlen durch unsere Gärten streifen.

 

2 Kommentare

  • Lilo

    Aber, warum brauche ich einen Spurentunnel wenn ich weiss, dass ein Igel in meinem Garten wohnt?

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  • i-love-animals

    Das Projekt Igel gesucht ist einfach nur toll!!!

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