© CrowdWater / Universität Zürich
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Hobby-Hydrologen gesucht!             

  • Mélanie Guillebeau
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Das Crowdsourcing-Projekt CrowdWater hat zum Ziel, wichtige Daten über unsere Fliessgewässer zu erheben, die zukünftige Vorhersagen und hydrologische Modelle verbessern sollen. Ein Crowdsourcing-Projekt setzt natürlich die Unterstützung der Bevölkerung voraus. Also ab an den Fluss im Namen der Wissenschaft!

Wasser ist eine wichtige Ressource als auch Lebensraum – jedoch im stetigen Wandel. Je nach Ort und Zeit hat es zu viel oder wiederum zu wenig. Diese Umstände verlangen ein umfassendes Wassermanagement, wozu es fundierter hydrologischer und meteorologischer Daten bedarf. Nicht immer ist es einfach, die gewünschten Daten zu beziehen oder zu erfassen. So sind in der Schweiz zum Beispiel Messstellen an grösseren Flussläufen installiert, doch kleinere, aber dennoch relevante, Gewässer werden nicht überwacht. Das Crowdsourcing-Projekt CrowdWater der Universität Zürich möchte dieses Problem beheben und die räumliche Auflösung von hydrologischen Beobachtungsdaten verbessern und zusätzliche, essenzielle Messgrössen einführen.

Datenaufnahme per App oder Formular

Im Rahmen des Projekts sollen Hobby-Forscher und Naturinteressierte der Wissenschaft unter die Arme greifen und Daten zum Abfluss und Wasserstand von Flüssen sowie zur Bodenfeuchte erheben. An einem Fliessgewässer eigener Wahl können diese hydrologischen Parameter regelmässig mithilfe einer App und Fotomaterial erfasst und übermittelt werden. Push-Nachrichten der App informieren TeilnehmerInnen zudem über Zeitperioden, die besonders interessante Daten versprechen – zu diesen dürften unter anderem Niedrig- und Hochwassersituationen zählen. Die App ist für Android- und iOS-Betriebssysteme kostenlos erhältlich.

Ausserdem gibt es im Grossraum Zürich mehrere fix installierte Messstationen, wo Hobby-Hydrologen Messungen erheben und sogleich mit einem Formular – ohne Handy-App – übergeben können. Beim Wipkingerplatz steht zum Beispiel eine solche Station, die den Abfluss der Limmat protokollieren soll.

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Die Beobachtungen der TeilnehmerInnen sind öffentlich verfügbar. Der Zugriff erfolgt über eine Online-Karte. | © CrowdWater / Universität Zürich

Daten sollen Vorhersagen verbessern

Mit den erhobenen Daten erhoffen sich die Projektinitianten, hydrologische Modelle verfeinern zu können. Schlussendlich sollen hydrologische Ereignisse wie Trockenheit und Überschwemmung mit höherer Genauigkeit vorhersagbar sein. Auf lange Sicht wünscht man sich, diese Erhebungsmethoden in Entwicklungsländern anzuwenden.

Weitere Informationen zum CrowdWater-Projekt der Universität Zürich finden Sie auf deren Website.

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