AKW Beznau | © Roland Zumbühl [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
AKW Beznau | © Roland Zumbühl [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Grenzwerte fürs AKW Beznau dürfen nicht erhöht werden!

  • Selina Fehr
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Das AKW Beznau ist bei der Erdbebenprüfung durchgefallen. Statt den gefährlichen Reaktor stillzulegen, will der Bundesrat nun die Grenzwerte anheben. Dagegen kannst du dich wehren!

Die Resultate der Erdbebenprüfung des AKW Beznaus sind schlecht ausgefallen. Einem sehr starken Erdbeben würde der Reaktor ungenügend standhalten. Nach geltender Rechtsordnung gilt dieser Test als bestanden, wenn bei einem Jahrtausend-Erdbeben die Bevölkerung nur einer tiefen Strahlendosis von 1 Millisievert pro Jahr ausgesetzt würde. Das Schweizer Kraftwerk erfüllt dies bei weitem nicht!

Bei Beznau wurde ein massiv höherer Wert berechnet: Nach Berechnung der Betreiberin Axpo 29 Millisievert, nach Berechnung der Aufsichtsbehörde ENSI gar 78. Eigentlich hätten deshalb beide Blöcke von Beznau abgeschaltet und nachgerüstet werden müssen. Der Bundesrat hat aber andere Pläne!

Note ungenügend auch für Pläne des Bundesrats

Anfang Januar 2018 hat er die Vernehmlassung zu einer umfangreichen Revision der für die nukleare Sicherheit massgeblichen Verordnungen eröffnet. Unter dem Deckmantel einer Korrektur von angeblich «unklar formulierten Bestimmungen» plant der Bundesrat eine massive Abschwächung der Anforderungen an die nukleare Sicherheit, wie die Schweizerische Energie-Stiftung SES in einer Mitteilung schreibt.

Der Bundesrat will den bisherigen Jahrtausendbeben-Strahlendosis-Grenzwert von 1 auf nunmehr 100 Millisievert pro Jahr erhöhen. Laut Greenpeace wäre dies über dreimal mehr als das, was in Dörfern um Fukushima im ersten Jahr nach der Reaktorkatastrophe an Radioaktivität in der Luft lag.

Jetzt Stellung beziehen!

Um sich gegen das Abschwächen der Sicherheitsbestimmungen zu wehren, hat die SES eine Stellungnahme verfasst. Unterzeichne diese jetzt und verhindere, dass der Bundesrat die Sicherheit der Schweizer Bevölkerung aufs Spiel setzt. Noch bleibt Zeit, dieses Vorgehen zu stoppen. Nimm dir dazu eine Minute Zeit und schicke die Stellungnahme ans Bundesamt für Energie.

Nach dem Absenden erhältst du eine Kopie deiner Stellungnahme per E-Mail. Je mehr kritische Stellungnahmen bis am 17. April 2018 eingehen, desto mehr Gewicht erhalten die Forderungen.

Das AKW Beznau stand als ältestes Kernkraftwerk der Schweiz schon mehrfach unter Kritik (naturschutz.ch berichtete).

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