Der Götterbaum beschädigt Bauten und Infrastruktur. | © WSL
Der Götterbaum beschädigt Bauten und Infrastruktur. | © WSL

Götterbaumbeobachtungen – Bitte melden

  • Judith Schärer
  • 7

Der Götterbaum gilt als invasive Art und führt durch sein immer häufigeres Vorkommen zu Problemen und Mehrkosten. Helfen Sie mit, die Forschung um den Götterbaum weiter zu verbessern, um den negativen Effekten entgegenzuwirken.

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) besiedelt immer grössere Gebiete und breitet sich stark aus, wie die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL mitteilt. Dies führt auf verschiedenen Ebenen zu Problemen. Im Schutzwald behindert sein dominantes Verhalten die Verjüngung der vorhandenen Schutzwaldbaumarten und die Vielfalt der Baum- und Krautarten nimmt tendenziell ab. Ausserhalb des Waldes kann der Baum im urbanen Gebiet erhöhte Unterhaltskosten und Schäden an Bauten verursachen. Allgemein ist seine Kontrolle durch die enormen Wachstumsraten und das hohe Vermehrungspotenzial mit einem hohen Aufwand verbunden.

Der Götterbaum dringt in einen Waldbestand ein. | © WSL
Der Götterbaum dringt in einen Waldbestand ein. | © WSL

Um differenzierte Managementstrategien zu entwickeln, bedarf es weiterer Forschung zum genauen Vorkommen des Götterbaums, zu dessen Wechselwirkungen mit anderen Arten und verschiedenen Standortsbedingungen sowie zu den Möglichkeiten, seine Ausbreitung zu regulieren. Eine weitere Verbesserung der Datengrundlage soll es ermöglichen, die zukünftige Verbreitung der Art abzuschätzen, sowohl unter heutigem Klima als auch für zukünftige Klimaszenarien. Dabei bildet eine möglichst aktuelle Karte mit den Vorkommen des Götterbaumes die Grundlage für ein gezieltes Management dieser Art. Zur Verfeinerung und Verbesserung der Karte ist auch die Mithilfe der Bevölkerung gefragt. Die WSL ist dankbar für Meldungen von Götterbaum-Beobachtungen mit Koordinaten und Kurzbeschrieb.

Melden Sie hier Ihre Beobachtung online an info flora >>

Informationen dazu, wie Sie Ihre Meldung per App über das Smartphone tätigen können finden Sie hier >>

Die Papierversion des Meldeblattes können Sie hier herunterladen und ausdrucken >>

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7 Kommentare

  • Francesco Guarisco

    Sehr geehrter Herr Scheibler

    Gerne lade ich Sie ein, mit mir einige Standorte zu besuchen, die durch Neophyten dermassen überwuchert wurden, dass einheimische Pflanzen verdrängt werden. Vorallem hochspezialisierte Arten können nicht einfach auf fremde Arten wechseln und verschwinden aus solchen Flächen. Ein Standort in Menziken AG helfe ich selber zu betreuen. Nur dank jahrelanger intensiver Pflege durch Freiwilligenarbeit konnten wir unter anderem Orchideen wieder fördern. Unterschätzen Sie die Gefahr bitte nicht. Zudem mag die Kritik der OECD gerechtfertigt sein. Doch die Schweiz ist klein und kleinräumig. Jeder Quadratmeter klar einem Besitzer zugeordnet und als Zone ausgewiesen. Ein nachhaltiger und vorsichtiger Umgang mit fremden Arten ist in Zukunft umso wichtiger.

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    • Uwe Scheibler

      Sehr geehrter Herr Guarisco,
      besten Dank für Ihr Angebot! Bitte kontaktieren Sie mich über , damit wir einen Termin vereinbaren können. MfG, Uwe Scheibler

  • Christine Dobler Gross

    Es müsste ein einfacheres System als das von info flora angeboten werden, Beobachtungsmeldungen zu machen – ich habe keine Lust, ein mehrseitiges Manual zu lesen, der Aufwand zu melden muss sich in Grenzen halten, sonst machst kaum jemand, der nicht vertraut ist mit solchen Tools.
    Herr Scheibler, Sie haben eine Wissenslücke, weshalb die invasiven Arten ein Problem darstellen für die Biodiversität. Im Internet finden Sie viel Information dazu, hier z.B.:
    http://www.awel.zh.ch/internet/baudirektion/awel/de/biosicherheit_neobiota/neobiota/invasive_Neophyten.html

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    • Uwe Scheibler

      Sehr geehrte Frau Dobler Gross,

      auch nach nochmaligem Studium der von Ihnen genannten (mir durchaus bekannten) Website, sind leider nur schlichte Behauptungen zu finden. Giftige Inhaltsstoffe können kein Kriterium sein, da viele „einheimische“ Pflanzen ebenfalls giftig sind und entsprechende Vorsicht im Umgang voraussetzen. Leute, die mit Ambrosia überhaupt Schwierigkeiten haben, sind mir bisher noch nicht begegnet, noch nicht einmal Menschen, die gehört hätten, dass andere davon betroffen gewesen sein sollen. Es kann sich hier also nicht um eine Ursache handeln, die anders als Graspollen oder Birkenpollen einzustufen wäre. Auch einheimische Gehölzarten wachsen in Gebäudefundamente und in Kanalsysteme ein, also auch kein Grund, solche Arten auszurotten. Und die Naturschutzgebiete, in denen beispielsweise die beiden Goldrutenarten definitiv vorher vorhandene Arten verdrängen (ohne andere Einflüsse!) würde ich gerne einmal besichtigen. Falls Sie welche kennen sollten, wäre ich für zweckdienliche Hinweise dankbar und verweise schon im Voraus auf die grundsätzliche Kritik der OECD an der Schweizer Naturschutzpolitik mit den viel zu kleinen NSG.
      Im Übrigen müssten vielleicht auch einmal die vielen Vorteile der Neophyten und die zeitliche Wirkung der so genannt invasiven Arten betrachtet werden.
      Ich finde es sehr bedauerlich, dass der grassierende Hass auf alles nicht Bekannte jetzt plötzlich auch die Naturschützerinnen ergriffen hat und jegliche Ehrfurcht vor diesen Lebewesen zerstört.

  • Uwe Scheibler

    Es dürfte kaum mit der Idee des Naturschutzes vereinbar sein, Pflanzenarten ausrotten zu wollen!
    Wie war das nochmal mit den „Unkräutern“ auf dem Acker, heute „Beikräuter“ genannt?
    Wenn wir jede Art wegen des einen oder anderen Nachteils für unsere Lebensweise gleich liquidieren wollten, dann blieben wohl nicht viele übrig. Und wie kann es sein, dass der Götterbaum in anderen mitteleuropäischen Städten zahlreich vorkommt, ohne dass gleich eine solche Hysterie ausbricht? Ausserdem verträgt die vergleichsweise arme Flora in der Schweiz noch viele einwandernde Arten.
    Vielleicht sollten wir uns doch eher Gedanken darüber machen, wie wir mit den Neuankömmlingen auskommen könnten?

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    • Christine Dobler Gross

      Sehr geehrter Herr Scheibler

      Ich arbeite im und für den Naturschutz, ehrenamtlich, habe also kein Interesse, irgendwelche andern Interessen als diejenigen des Naturschutzes zu vertreten. Der Japanische Knöterich ist ein gutes Beispiel: wo er wächst, breitet er sich auf Kosten von ALLEN anderen Pflanzen aus und lässt sich nur schwer und mit enormen Aufwand-Zeit und Geld- wenn überhaupt bekämpfen. Ich kann Ihnen einige extreme Gebiete zeigen in meinem Wohnquartier, wo ich für den Naturschutz aktiv bin. Auf dem Japanischen Knöterich kann keine einige Raupe fressen, die zum Schmetterling wird, kein Vogel sich ernähren von Samen, keine Biene Pollen sammeln für ihre Brut – weil standortfremd! Diese Zusammenhänge sind wesentlich für die Biodiversität, das muss doch jedem einleuchten, auch wenn Sie jetzt vielleicht herausfinden, dass man den Japanischen Knöterich zu Spinat verarbeiten kann :-)

  • Andreas Diethelm

    Grün Stadt Zürich hat entlang Strassen gegen 200 Götterbäume über das ganze Stadtgebiet verteilt, und fährt fort damit. –> https://www.stadt-zuerich.ch/…/invent…/baumkataster.html
    Das Zählen ist mühsam und vielleicht auch ungenau, weil GSZ keine aktuelle Baumstatistik veröffentlicht. Aber das ist immer noch ein Kinderspiel im Vergleich zum Ausreissen der ausgewanderten Exemplare im Umland. Kriterium: Salztoleranz. Die Schweiz schmeisst eben durchschnittlich 3x soviel Salz auf die Strassen, als noch Anfang der 90er Jahre. Der CH-Streusalzverbrauch ist weltweit einmalig. Von den andern invasiven Stadtbaumgehölzen reden wir ein andermal.

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