Erde
Nächsten Freitag sind wieder Klimastreiks angesagt. ©WikiImages, via pixabay.

Gegen die Klimapolitik protestieren

  • Stefanie Wermelinger
  • 5

Am kommenden Freitag rufen Schüler und Schülerinnen zum erneuten Klimastreik auf. Sie fordern von den Politikern ein Umdenken in der Klimapolitik. Doch das «schwänzen» könnte Konsequenzen seitens der Behörde mit sich ziehen.

Am Freitag 18. Januar sind wieder in mehr als zehn Schweizer Städten Klimastreiks von Schülern geplant. Damit folgen die Schüler dem Vorbild der fünfzehnjährigen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg, die mit ihrer Rede am Klimagipfel in Katowice auf sich aufmerksam machte.

Erstmals sind die Jugendlichen im Dezember 2018 aus Protest gegen die fruchtlose Klimapolitik auf die Strassen gegangen. In diesem Zeitraum hat der Nationalrat das CO2-Gesetz abgelehnt und mit diesem Entscheid die Klimadebatte weiter entfacht.

Die Jugendlichen wollen mit ihren Klimastreiks etwas gegen die Zerstörung des Planeten unternehmen und nicht mehr länger tatenlos zuschauen. Von den Politikern fordern sie, Massnahmen nicht weiter hinauszuschieben sondern jetzt etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Die «Klimakrise» soll auch als solche, nämlich als Krise, behandelt werden.

Der politische Aktivismus der Schüler und Schülerinnen sorgt auch für Diskussionen in den jeweiligen Erziehungsdepartementen. In vielen Kanton wird noch diskutiert, wie die Schulen auf solche Absenzen reagieren sollen. Denn zum einen begrüssen viele das Engagement der Jugendlichen, andererseits wird diskutiert ob die Proteste der Schülern als Streik oder vielmehr als Schwänzen eingeordnet werden soll. Basel-Stadt hat beispielsweise offiziell mit Strafen in Form von unentschuldigten Absenzen gedroht, sollten die Schüler den Unterricht fern bleiben.

Hier gibt es eine Übersicht, wann und wo die nächsten Kundgebungen geplant sind.

Greta Thunberg ist eine 15jährige Schwedin, welche die inzwischen weltweite Bewegung «Climate Strike» in Bewegung gesetzt hat. Seit letztem Sommer geht sie Freitags nicht zur Schule, sondern setzt sich vor das Parlament, um die Politiker aufzufordern, mehr für den Klimaschutz zu tun. Mit dieser Aktion inspiriert sie SchülerInnen auf der ganzen Welt. Das Video ihrer geradliniger und mutiger Rede bei der Uno-Klimakonferenz in Katowice ging viral und hat die Klimastreiks weiter angefacht.
Die Rede von Greta bei der Uno-Klimakonferenz:

5 Kommentare

  • Habegger Marie-Louise

    Die Kinder und Jugendlichen haben so recht: Es geht um ihre Zukunft, um ihr Dasein, auf diesem wunderbaren Planeten, der täglich mit uns spricht und uns so viel schenkt! Die Erde lebt! Sie wehrt sich gegen die Schmerzen und eigennützigen Eingriffe, die wir Menschen ihr tagtäglich bereiten und zumuten! Wann werden wir Menschen dies endlich begreifen?
    Sollen unsere Kinder und ihre Nachkommen ihr Dasein in Chaos und Umweltkatastrophen fristen müssen, nicht wissend, wenn die nächste Überschwemmung, die nächste Dürre, die nächste Lawine ihre Opfer fordert?
    Haben wir Erwachsene es nicht in der Hand, den Klimawandel zu stoppen? Die Kinder und Jugendlichen zeigen uns klar auf, dass JETZT gehandelt werden muss!
    EINE MÖGLICHKEIT:
    Wie wäre es, wenn jeweils Freitags der Nachmittagsunterricht dem Umweltschutz gewidmet würde? Vorerst müsste er auf die Strasse verlegt werden, so lange, bis die Politiker hinhören und die Schüler ernst nehmen – aber eben auch dementsprechend handeln!
    Danach könnte der Unterricht in Wald und Pärken stattfinden. Da könnte gelernt werden, die Natur mit all ihren Geschöpfen, sichtbar und unsichtbar, wahrzunehmen und ihre Bedürfnisse kennen zu lernen.
    Ich wünsche den zuständigen Behörden den Mut, ja zu sagen, zum Mut der Schüler und Schülerinnen und sie ungestraft politisieren zu lassen!

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  • Bill

    Eine Unverschämtheit… Die Kinder haben ein Recht dafür einzustehen, ihr Leben nicht auf einem elenden Müllhaufen fristen zu müssen…
    Die Behörden würden sich besser Gedanken darüber machen wie sie die Umweltbildung in den Schulen verbessern könnten… mehr Ökologie statt Geometrie… mehr Bewusstsein als nutzloses Wissen…
    Aber unser System braucht eben steten Nachschub an wirtschaftstauglichen Konsumzombies… und nicht nachhaltig veranlagte Selbstdenker…
    Der Gedanke schmerzt, dass viele der heute so engagierten Kinder in ein paar Jahren junge Erwachsene sind, welche sich hauptsächlich darüber Gedanken machen wieviel Dampf ihr Sportauto hat, oder ob die 20 Handtaschen im (IKEA)Schrank wohl ausreichen…

    Die Schulen haben die Kinder bei ihrem Anliegen zu unterstützen, und nicht zu bestrafen…

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  • Rudolf Bucheli

    Der Staaat versucht immer die Leute zu kriminalisiern wenn es gegen seine Meinung (Politik und Profit) geht. Das beginnt jetzt schon bei den Jugentlichen. Das ist eine Schande!!

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  • Silvia Feusi

    wunderbar, grossartig! Die Zukunft gehört den Jungen, dafür lohnt es sich zu kämpfen. Man muss sie ernst nehmen und nicht mit Konsequenzen der strafen.

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  • Annemarie Büchler

    Umwerfend, grossartig. Vielleicht sollten die Gymnasien in jeder Abteilung einen Klimaaktivisten/in auswählen, die als Vertretung an solche Konferenzen oder zu Umweltministerien wie in Bern zu Bundesrätin Sommaruga geschickt werden oder in Zeitungen schreiben ohne Schulkonsequenzen für den Schüler. Die restlichen SchülerInnen könnten dabei in einem Schulfach helfen mit Texten. Einfach die Streiks zu verbieten ist zu billig. Jetzt sind die Lehrkräfte und Schuldirektionen gefordert mit guten Alternativen.

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