© glasseyes view [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Für eine Migros ohne Stopfleber

  • Kathrin Ruprecht
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Seit mehr als 30 Jahren ist die Zwangsmast von Enten und Gänsen in der Schweiz verboten. Dennoch wurden in jedem der vergangenen Jahre gegen 300 Tonnen Stopfleber, vornehmlich aus Frankreich, in der Schweiz abgesetzt, auch von Migros-Genossenschaften im Tessin und in der Westschweiz. Machen Sie mit bei der Online-Protestaktion und fordern Sie diese Migros-Genossenschaften auf, Stopfleber aus dem Sortiment zu nehmen.

280 Tonnen Fettleber von Enten und Gänsen wurden 2013 in die Schweiz importiert. Damit liegt der Import um ein Drittel höher als noch vor elf Jahren. Während Konkurrent Coop seit fast zwei Jahrzehnten auf den Verkauf von Stopfleber verzichtet, bieten die Migros-Genossenschaften im Tessin und in der Romandie dieses Tierqualprodukt weiterhin an, schreibt der Schweizer Tierschutz (STS). Das verträgt sich nicht mit der Selbstdarstellung des orangen Riesen als ethisch verantwortungsbewusstes Unternehmen, das Nachhaltigkeit und Tierschutz hohen Stellenwert beimisst. Und es verträgt sich nicht mit dem Versprechen der Migros im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms «Generation M», Schweizer Tierwohl-Standards auch bei allen Produkten aus dem Ausland einführen zu wollen.

Schreiben Sie den Migros-Genossenschaften eine Protest-E-Mail.

Füttern mit Gewalt

Nicht ohne Grund verbietet die eidgenössische Tierschutzgesetzgebung die Zwangsmast. Etwa 100 Gramm wiegt eine normale, gesunde Gänseleber. Durch die drei- bis vierwöchige, täglich mehrmalige Zwangsfütterung mit einem extrem kalorienreichen Futterbrei wird daraus ein krankes, verfettetes, um das Fünf- bis Zehnfache vergrössertes Organ. Als Folge davon leiden die Tiere unter Atem- und Verdauungsbeschwerden. Der Stopfprozess mit Fixation und Hineinpumpen des Futterbreis sowie die erzwungene hohe Futteraufnahme sind für die Tiere eine Qual. Ein Stopfprozess entspricht in etwa der Vorstellung, dass ein Mensch in nur wenigen Sekunden die unglaubliche Menge von mehr als 10 kg Spaghetti in sich hineinstopfen müsste.

Der STS weiss: Demnächst wird darüber entschieden, ob auch in den Migros-Genossenschaften Wallis, Genf, Neuenburg-Freiburg, Waadt und Tessin die tierquälerische Stopfleber nicht mehr angeboten werden soll. Mit seiner Aktion «Schluss mit Stopfleber in Migros-Regalen» wendet sich der Schweizer Tierschutz daher gezielt an die Migros-Genossenschaften in der Westschweiz und im Tessin. Das Ziel: Die Verantwortlichen für das extreme Tierleid, das mit dieser «Delikatesse» verbunden ist, zu sensibilisieren und sie zum Verzicht auf das Qualprodukt zu bewegen.

Hier gehts direkt zum Protest-E-Mail

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