@ Aidenvironment, 1998 [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
@ Aidenvironment, 1998 [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Für ein Olympia ohne Tropenholz         

  • Julia Hatzl
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Die Vorbereitungen für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio laufen auf Hochtouren. Seit Dezember 2016 wird am Olympiastadium fleissig gebaut. Umweltschützer haben allerdings auf den Baustellen palettenweise Tropenholz entdeckt, welches vorrangig als Sperrholz für Betonverschalungen verwendet wird.

Die laschen japanischen Gesetze im Bereich Tropenholz verhindern nicht, dass illegal und auf menschenrechtsfeindliche Weise geschlagenes Holz importiert und auf Baustellen verwendet werden darf. Sperrholz wird vor allem für Betonverschalungen verwendet und nach zwei- oder dreimaligem Gebrauch weggeworfen.

Mensch und Tier verliert die Lebensgrundlage

Unabhängige Untersuchungen belegen, dass die Firma Taisei Corporation, welche für den Bau des neuen Olympiastadions verantwortlich ist, schon oft Sperrholz aus Sarawak verwendet hat. Darunter findet sich insbesondere Tropenholz der grossen Abholzungsfirma Shin Yang aus Sarawak. Beweise liefern Fotos, die die Markierung «SY e-panel» der Shin Yang Firma auf Betonverschalungen zeigen. Shin Yang ist bekannt für ihre besonders aggressive Abholzungspraxis, in der weder wertvolle Lebensräume noch Jungbäume verschont bleiben, und die systematische Verletzung der Rechte der lokalen Bevölkerung.

Seit Jahrzehnten kämpft das indigene Volk der Penan in Sarawak gegen die Zerstörung der Wälder und gegen Landnahme. Doch korrupte Politiker, bestechliche Beamte und skrupellose Holzkonzerne verdienen sich am Raubbau eine goldene Nase. Abnehmer des illegal geschlagenen Tropenholzes, allen voran Japan, importieren jährlich 100 Millionen Sperrholzplatten aus Sarawak. Die Organisation Global Witness hat bereits im Dezember 2014 auf Baustellen in Tokio nachgewiesen, dass dort Tropenholz verwendet wird. Sollte der Import von tropischem Sperrholz ungehindert weiterlaufen, würde das globale Sportereignis auf dem Rücken der Penan ausgetragen werden. Die regenwaldgefährdende Praxis der Bauwirtschaft in Japan muss ein Ende haben. Das Volk der Penan kann nur überleben, wenn die Regenwälder ihrer Heimat nicht weiter gerodet werden. 89 Prozent der Regenwälder Sarawaks wurden bereits abgeholzt.

Abholzung von Tropenholz in grossem Stil © Rettet den Regenwald e.V. (Rainforest Rescue) [CC-BY-SA-3.0], via flickr
Abholzung von Tropenholz in grossem Stil © Rettet den Regenwald e.V. (Rainforest Rescue)
[CC-BY-SA-3.0], via flickr

Während einer Aktion zum Schutz der Regenwälder von Sarawak in Bern sagte Bilong Oyoi, ein ehemaliger Penan-Häuptling in Sarawak:

„Unsere Wälder wurden bereits abgeholzt, nur wenige Bäume sind übrig geblieben. Bitte helfen Sie mit, unsere letzten Regenwälder zu schützen. Die Verwendung von Sperrholz ist sehr verschwenderisch, denn nach kurzem Gebrauch wird es bereits wieder weggeworfen. Bitte verzichten Sie auf den Verbrauch von tropischem Sperrholz für die Bauten der Olympischen Spiele.“

Zeit zu Handeln

Der Bruno Manser Fonds engagiert sich für den Erhalt der bedrohten tropischen Regenwälder und setzt sich insbesondere für die Rechte der Regenwaldbevölkerung ein. Im Dezember 2016 protestierte die Organisation vor dem Internationalen Olympischen Komitee IOC in Lausanne und überreichte einen Brief von über 40 NGOs, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen. IOC-Vizepräsident John Coates versprach, das Anliegen aufzunehmen.

Jetzt müssen wir weiter Druck aufbauen und von der japanischen Regierung Garantien für nachhaltige Spiele verlangen: Für das Olympiastadion darf kein Holz aus Regenwaldzerstörung verwendet werden! Unterschreiben Sie die Bruno Manser Fonds Petition und helfen Sie mit Sport und Politik zum «Fair Play» zu bewegen!

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