@ NASA/Apollo 17 crew [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
@ NASA/Apollo 17 crew [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Forderung nach Offenlegung der Klimarisiko-Resultate

  • Julia Hatzl
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Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat die Investitions-Portfolios von Pensionskassen auf die Klimaverträglichkeit hin geprüft. Viele der Resultate werden unter Verschluss gehalten. Der Zusammenschluss von 73 Organisationen ruft nun auf, sich an die eigene Pensionskasse zu wenden und eine Veröffentlichung der Studienresultate einzufordern.

Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat im Frühling 2017 Pensionskassen eingeladen, das Investitionsportfolio von einer unabhängigen Stelle auf seine Klimaverträglichkeit testen zu lassen. 79 Pensionskassen und Versicherungen haben sich am Klimarisiko-Test beteiligt. Die Resultate liegen jetzt vor, werden vom Bund jedoch nur anonymisiert veröffentlicht und des einzelnen Pensionskassen steht es frei, ob sie ihre Ergebnisse öffentlich machen wollen oder nicht (natruschutz.ch berichtete).

Dürftige Auskunft

Die Klima-Allianz hat bei den Pensionskassen nachgefragt, ob sie die eigenen Portfolio-Resultate der BAFU-Studie veröffentlichen. 24 an der BAFU-Studie beteiligte Pensionskassen haben geantwortet:

  • Drei Pensionskassen, die Bernische Pensionskasse, Pensionskasse der Stadt Biel sowie die Stiftung Abendrot, gaben an, die Versicherten zu informieren.
    Die Pensionskasse SBB und die Pensionskasse der Berner Kantonalbank wollen keine Resultate veröffentlichen.
  • Zehn Kassen, darunter die PUBLICA mit 64’000 Versicherten und CHF 38 Mrd Anlagevolumen, werden zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob sie die Versicherten über die Klimarisiken informieren.
  • Weitere neun Pensionskassen haben die Frage betreffend Veröffentlichung nicht beantwortet.
  • Die Reaktionen der Pensionskassen sind für Christian Lüthi, Geschäftsführer der Klima-Allianz insgesamt enttäuschend.

«Die Versicherten haben ein Recht, über die Klimarisiken der Anlagestrategien transparent und vollumfänglich informiert zu werden. Die Reduktion von Klimarisiken ist Teil der treuhänderischen Pflicht institutioneller Investoren.»

«Künftige Rentenzahlungen sind nicht mehr gesichert, falls Pensionskassen weiterhin in fossile Energieunternehmen investieren. Extreme Hitzewellen gefährden zudem die Gesundheit von älteren Menschen. Investitionen in Kohle, Erdöl und Erdgas sind für einige Versicherte in Zukunft lebensbedrohlich», so Lüthi.

Die Klima-Allianz unterstützt Versicherte, Transparenz einzufordern. Über die Website www.klimaallianz.ch kann ein Brief an die eigene Pensionskasse geschickt werden, um die Veröffentlichung der Portfolio-Resultate zu verlangen.

Weitere Informationen: http://www.klima-allianz.ch/blog/pensionskassen-ohne-transparenz-finanzieren-klimakatastrophe.

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