Im polnischen Teil des Bialowieza-Urwalds wurden Rodungen angeordnet. | © Erik de Haan [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Im polnischen Teil des Bialowieza-Urwalds wurden Rodungen angeordnet. | © Erik de Haan [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Europas letzter Urwald braucht Ihre Unterstützung!

  • Mélanie Guillebeau
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In Polen geht es dem Bialowieza-Urwald – ein Refugium für viele Tier- und Pflanzenarten – an den Kragen. Den Anweisungen des Umweltministers folgend werden grosse Flächen des Waldes gerodet. Helfen Sie, den letzten Urwald Europas vor unnötigen Abholzungen zu retten!

Über 11’000 Tierarten auf 150’000 Hektar

Für lange Zeit blieb der Bialowieza-Urwald im Grenzgebiet zwischen Polen und Weissrussland beinahe unberührt von menschlichem Einfluss: So zum Beispiel werden alte, verrottende Bäume nicht ausgeräumt – wie es bei konventioneller Bewirtschaftung geschieht -, sondern dienen Käfern und Insekten als Lebensraum, welche wiederum die Nahrungsgrundlage grösserer Tierarten sind. Unter diesen natürlichen Umständen konnte auf einer Fläche von 150’000 Hektar eine Fauna mit mehr als 11’000 Arten gedeihen. Darunter sind auch viele endemische Arten, deren weltweite Verbreitung sich auf diese eine Region konzentriert. Dazu gehört auch Europas grösstes Landsäugetier, der Wisent.

Der Bialowieza-Urwald ist der einzige übrig gebliebene natürliche Lebensraum des Wisent. | © wer mei [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Der Bialowieza-Urwald ist der einzige übrig gebliebene natürliche Lebensraum des Wisents. | © wer mei [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Zudem findet man in den unberührten Wäldern des UNESCO-Weltnaturerbes die höchsten Bäume Europas – bis zu 50 Meter ragen die Eichen in die Höhe. Kurzum der Bialowieza-Urwald kann zu den Biodiversitäts-Hotspots Europas gezählt werden und sollte dementsprechend geschützt werden.

Umweltminister veranlasst Rodung

Leider scheint das polnische Umweltministerium diese Ansicht nicht zu teilen. Dessen Leiter Jan Szyszko hat bereits letztes Jahr die Rodung von 188’000 Kubikmeter Holz – das Dreifache der ursprünglich vorgesehenen Menge – bis 2023 angeordnet. Als Vorwand für diesen Entschluss dient die Ausbreitung des Buchdruckers, eine Borkenkäferart, die seit jeher Bestandteil des natürlichen Ökosystems ist.

Internationaler Druck als letzte Lösung

Selbst zahlreiche Proteste durch Umweltschützer und Aktivisten konnten den Umweltminister nicht von seinem Vorhaben abhalten. Wie es scheint, ist politischer Druck von internationaler Seite die einzige Hoffnung auf die Rettung des letzten Urwald Europas.

So können Sie helfen:

Der Bruno Manser Fonds hat eine Petition ins Leben gerufen, die auch Sie mit Ihrer Unterschrift unterstützen können. Verlangen Sie in einem Schreiben an den polnischen Umweltminister, Jan Szyszko, dass das gesamte Bialowieza-Gebiet zum Nationalpark erklärt und somit vor Abholzung geschützt wird.

1 Kommentar

  • Olaf Zieschang

    Leider geht aus dem Text nicht hervor, was der wirkliche Grund dieser Massnahme ist. Wenn die Borkenkäferart nur ein Vorwand ist, dann würde ich als Leser gerne wissen, worum es in Wirklichkeit geht.

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