© Yun Huang Yong CC BY-SA 2.0, via Flickr
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Eine Kautschukplantage ist (k)ein Wald

  • Judith Schärer
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Wälder sind voller Leben, Heimat ungezählter Tiere und Pflanzen und eine wichtige Quelle für Biodiversität – könnte man meinen. Entgegen dieser Vorstellung von „Wald“ reden die Vereinten Nationen Plantagen und Monokulturen als Wälder schön. Sie öffnen damit der Zerstörung der Natur Tür und Tor. Sagen Sie der UNO: Plantagen sind keine Wälder!

Die Sicht der UN-Welternährungsorganisation FAO auf Wälder wird seit langem von einem fundamentalen Fehler getrübt: Sie definiert Wälder schlicht als Baumbedeckung. Regenwälder werden abgeholzt und durch Kautschukplantagen ersetzt, gemäßigte und subtropische Wälder mit hoher Artenvielfalt werden gefällt, um den Weg für sterile Kiefern- oder Eukalyptusplantagen frei zu machen – nach der Definition der FAO gilt das nicht als Waldverlust (no net deforestation). Wenn Grasland zerstört oder das Land von Kleinbauern geraubt und umgepflügt wird, um industrielle Baummonokulturen anzupflanzen, nennt die FAO das Aufforstung (afforestation).

Die Weigerung der FAO zu akzeptieren, dass Wälder durch ihre biologische, soziale, kulturelle und spirituelle Vielfalt definiert werden, fördert daher die Ausdehnung von großangelegten Baumplantagen zum Nachteil örtlicher Gemeinschaften, echter Wälder und anderer Ökosysteme. Selbst Plantagen gentechnisch veränderter Eukalypten werden fälschlicherweise „Wälder“ genannt.Die FAO verfolgt damit falsche Lösungen gegen den Klimawandel, indem Wälder einzig als Kohlenstoffspeicher betrachtet werden.

Die Organisation „Rettet den Regenwald“ erhebt nun die Stimme gegen diese Fehldefinition und ihre weitreichenden Folgen. Gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen reicht sie im September eine Petition beim Weltforstkongress der Vereinten Nationen einreichen. Unterstützen Sie dieses Vorhaben, indem Sie ebenfalls die Petition unterzeichnen. Hier können Sie Ihren Namen dem Anschreiben hinzufügen >>

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