Das "süsse Kraut" Stevia (Stevia rebaudiana) | © Manuel, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Das "süsse Kraut" Stevia (Stevia rebaudiana) | © Manuel, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Der bittere Beigeschmack Stevias          

  • Cécile Villiger
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Mit Stevia gesüsste Produkte boomen – Grosskonzerne machen ein immenses Geschäft mit dem Zuckerersatz. Leer aus gehen dabei die Entdecker der Pflanze, die Guaraní.

Ricola, Müesli, Coca Cola und andere Lebensmittel sind mittlerweile mit der Wunderpflanze Stevia gesüsst, die 300 mal mehr Süsskraft hat, als der herkömmliche Zucker und kein Diabetes oder Karies verursacht. Die Lebensmittelfirmen machen ein immer grösser werdendes Geschäft daraus.

Doch was bei uns noch nicht lange floriert, wird bei den im Grenzgebiet von Paraguay und Brasilien beheimateten indigenen Völker, den Guaraní, schon Jahrhunderte genutzt. Das „süsse Kraut“, wie es dort bezeichnet wird, wird gebraucht um den Matés zu süssen, als Heilpflanze oder bei heiligen Zeremonien. Das traditionelle Wissen der Guaraní bildet die Grundlage der Kommerzialisierung und somit hat das Volk ein Anrecht auf eine faire Beteiligung am Gewinn.

Bis jetzt haben die Guaraní eher das Gegenteil von einer Gewinnbeteiligung erfahren, sie sind am verarmen und auf ein winzigen Teil ihres ursprünglichen Gebiets zurückgedrängt worden. Ihr ehemaliges Territorium, das hauptsächlich aus Wäldern bestand, ist Weideland,  Soja- und Zuckerrohr-Monokuturen gewichen. Ironischerweise sind Firmen wie Coca Cola und Cargill, die mit der Süsskraft der Stevia-Pflanze ein Geschäft machen, mitverantwortlich für die riesigen Monokulturen.

Die Guaraní lassen sich nicht mehr gefallen, dass Firmen wie Coca Cola, Pepsi und Nestea Profit aus ihrem traditionellen Wissen machen. Sie haben sich entschlossen, sich zu wehren. Helfen Sie mit diesen Fall von Biopiraterie in einen fairen Deal umzuwandeln, unterschreiben Sie die Petition von Public eye.

Mehr Informationen können Sie im Bericht: „Der bittersüsse Geschmack von Stevia“ von der Organisation Public eye nachlesen.

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